Politik

Rund zwei Drittel der Männer gehen in Frühpension

Rund zwei Drittel der Männer gehen in Frühpension

Der Bund der Steuerzahler kritisiert die fehlenden Pensionsreformen im Budget und fordert Maßnahmen, um das tatsächliche Pensionsantrittsalter stärker an das gesetzliche anzugleichen. Vor allem Frühpensionen müssten unattraktiver werden, um den Staatshaushalt langfristig zu entlasten.

Die fehlenden Reformen des kürzlich von der Regierung vorgestellten Doppelbudgets für 2027 und 2028 stoßen vielen sauer auf, darunter auch der Interessenvertretung Bund der Steuerzahler. Sie sehen Strukturreformen „nicht ansatzweise angegangen“ und pochen auf ein Angleichen des faktischen Pensionsantrittsalters an das Gesetzliche.

Laut Pensionsversicherung (PV) ist im vergangenen Jahr das Antrittsalter der Frauen von 60,2 (2024) auf 60,7 Jahre (2025) gestiegen, das gesetzliche Antrittsalter folgt gerade einem Pfad. Bei den Männern ist es hingegen seit 1955 gleich, obwohl die Lebenserwartung seitdem stark angestiegen ist.

Frühpensionisten kommen den Staat teuer zu stehen
Weil im Jahr 2024 satte 63 Prozent der Männer hierzulande frühzeitig in Pension gegangen sind, müsse die Frühpension unattraktiver werden. Laut Präsident Oliver Ginthör fallen die Abschläge bei Frühpension zu gering aus, das belastet das Budget, weil zugleich Beträge fehlen.

Richard Elhenicky, Generalsekretär vom Bund der Steuerzahler, rechnet vor, dass ein 64-Jähriger, der zuletzt 4000 Euro im Monat verdient hat und bei einem Pensionsbezug von 3000 Euro monatlich noch 20 Jahre lebt, das System durch ein einziges Jahr früheren Pensionsantritt mit rund 12.000 Euro belastet.

Bei Gesamtausgaben des Bundes von rund 126 Milliarden Euro entfallen mit etwa 33 Milliarden Euro mehr als ein Viertel des Budgets auf den Bundeszuschuss zur gesetzlichen Pensionsversicherung, einschließlich der Beamtenpensionen.

Die Interessenvertretung kritisiert zudem, dass die Politik das Problem mit der Arbeitslosigkeit älterer Menschen zu häufig über einen vorzeitigen Pensionsantritt löse. Anstatt ältere Arbeitskräfte länger im Erwerbsleben zu halten oder ihre Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu fördern, würden sie früher in Pension geschickt. Dadurch sinke zwar die Zahl der Arbeitslosen in der Statistik, gleichzeitig steige jedoch die finanzielle Belastung für den Staat, weil die Betroffenen länger Pension beziehen und dem Arbeitsmarkt früher verloren gehen.

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