Der Kreml versteht es, die USA zu umgarnen: Gerade, als der US-Sondergesandte Steven Witkoff zu Friedensgesprächen in St. Petersburg ist, kündigt Russland die erste Dieselverschiffung des umstrittenen Deals zwischen Trump und Putin an.
„Dieser Tanker wird eine Ladefähigkeit von 40.000 Tonnen haben“, sagte Vizeregierungschef Alexander Nowak vor Journalisten. Weitere Lieferungen werden demnach folgen. Die Vertragsunterzeichnung stehe kurz vor dem Abschluss.
Will auch an andere Länder exportieren
Nowak schloss dabei Dieselexporte auch in andere Länder nicht aus. Das hänge jedoch von den russischen Raffineriekapazitäten ab. „Planmäßig erreichen wir erst gegen Ende des Jahres das volle Produktionsvolumen und dann können auch andere Länder die Mengen erhalten, die sie früher erhielten“, erklärte er.
Auch beim Diesel-Deal, den US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin Anfang Oktober vereinbart hatten, behält sich Russland vor, den tatsächlichen Umfang der Lieferungen von seinen Kapazitäten abhängig zu machen. Ursprünglich hieß es, allein im Oktober sollten mehr als 300.000 Tonnen Diesel geliefert werden.
Sanktionen ausgesetzt
Um die Verschiffungen möglich zu machen, setzte Washington vorübergehend seine Sanktionen aus. Der Deal löste international scharfe Kritik aus – von der EU, der Ukraine und sogar Teilen des US-Kongresses - während Moskau ihn begrüßte. Putin hofft auf weitere Geschäfte.
Russische Ölraffinerien werden regelmäßig von ukrainischen Kampfdrohnen angegriffen. Durch die Reparaturen sind die russischen Produktionskapazitäten eingeschränkt, woraufhin Moskau Exportstopps von Benzin und auch Diesel verhängte. Trump kritisierte daher mehrfach die ukrainischen Attacken und macht Kiew vor den Kongresswahlen Anfang November für steigende Spritpreise verantwortlich.