Russland und Ukraine wollen Mosambik helfen
Russland will nach eigenen Angaben Mosambik im Kampf gegen islamistische Aufständische unterstützen. Auch die Ukraine hat ihre Hilfe angeboten und schielt dabei auf Flüssigerdgas und eine Zurückdrängung des russischen Einflusses auf dem afrikanischen Kontinent.
Man sei bereit, einer entsprechenden Bitte nachzukommen, um die terroristische Bedrohung im Norden des Landes zu beseitigen, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow am Donnerstag der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge. Die Regierung in Maputo kämpft dort seit Längerem gegen die Milizen.
Das russische Angebot erfolgt vor dem Hintergrund eines wachsenden Interesses auch der Ukraine an dem Land im südlichen Afrika. Die Regierung in Kiew strebt den Import von Flüssigerdgas (LNG) aus Mosambik an, da Russland die ukrainische Energieinfrastruktur seit Jahren angreift. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte seinerseits angeboten, Mosambik bei der Bewältigung seiner Sicherheitsprobleme zu unterstützen.
Mosambik ist bedeutender Erdgasproduzent
Mosambik ist ein bedeutender Erdgasproduzent in Afrika und will ein milliardenschweres LNG-Projekt wieder aufnehmen, das wegen des Aufstands gestoppt worden war. Russland hat seine Sicherheitspräsenz in Afrika durch das sogenannte Afrika-Korps ausgebaut, die Nachfolgeorganisation der Söldnergruppe Wagner.
Dies wird in Kiew mit großer Sorge beobachtet. In den vergangenen Jahren gab es mehrmals Hinweise darauf, dass sich der Konflikt zwischen den beiden Staaten auch auf den afrikanischen Kontinent ausgeweitet hatte. Immer wieder gab es Berichte über ukrainische Spezialeinheiten und Geheimdienste, die gemeinsam mit Rebellen versucht hätten, russische Militär- oder Söldnerstrukturen zu schwächen – insbesondere in Mali.
Moskau: „Kiew hat zweite Front in Afrika eröffnet“
Auf diese Vorwürfe reagierte die Führung in Mali mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zur Ukraine. Moskau warf der ukrainischen Führung vor, „Terroristengruppen in den Staaten des Kontinents, die Moskau nahestehen“, zu unterstützen und eine „zweite Front“ gegen Russland eröffnet zu haben.