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Ärztebedarf: Doskozil fordert Bund zum Handeln auf

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Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil drängt die Bundesregierung dazu, dass eine öffentlich finanzierte Ärzteausbildung in Österreich an eine Verpflichtung zum Dienst im öffentlichen Gesundheitssystem gekoppelt wird.

Seit sieben Jahren setzt das Burgenland auf Medizinstipendien, um junge Ärzte für die Gesundheitsversorgung im Land zu gewinnen. Zunächst durch eine Kooperation mit der Danube Private University, später durch ein Stipendienmodell für Studierende an allen anerkannten europäischen Universitäten. Dabei erhalten sie monatlich 1000 Euro an Landesförderung. Im Gegenzug verpflichten sie sich, nach ihrer Basisausbildung mindestens fünf Jahre in der burgenländischen Gesundheitsversorgung tätig zu sein.

Rund 180 Studierende haben eine derartige Förderung bereits erhalten bzw. beziehen sie derzeit – darunter 15 Absolventen und 164 Studierende, davon drei auf gewidmeten Studienplätzen.

Geben und Nehmen
Das jüngste Auswahlverfahren zur Feststellung der Eignung für die Basisausbildung haben alle zwölf Stipendienbezieher erfolgreich absolviert und unterstützen damit ab 2027 das öffentliche Gesundheitssystem. Erstmals wird die Basisausbildung auch an allen fünf öffentlichen Krankenhäusern des Burgenlands angeboten: Drei beginnen in Kittsee, drei in Eisenstadt, einer in Oberpullendorf, drei in Oberwart und zwei in Güssing.

Das burgenländische Modell sei erfolgreich, der Bedarf an in den heimischen Klinken gedeckt. Dennoch kann man die bundesweite Problematik nur abfedern, sagt Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. Seine Forderung lautet daher: „Die Bundesregierung muss den kostenlosen Zugang zum Medizinstudium an eine anschließende Tätigkeit im öffentlichen Gesundheitswesen knüpfen. Wer auf Kosten der Allgemeinheit Medizin studiert, soll sich im Gegenzug verpflichten, für eine bestimmte Zeit im öffentlichen Gesundheitssystem tätig zu sein.“

Wie beim Bundesheer
Derzeit finanziere nämlich die Allgemeinheit die Ausbildung, während fertig ausgebildete Ärzte teilweise ins Ausland oder in den privaten Bereich abwanderten. Gleichzeitig müssten Patienten mangels ausreichender Kapazitäten im öffentlichen System auf Wahlärzte ausweichen und dafür erneut bezahlen. Für Doskozil ist das eine Schieflage, die der Bund endlich beheben müsse.

Eine vergleichbare Regelung gebe es im Bereich des Bundesheeres, wo die kostenintensive, öffentlich finanzierte Ausbildung von Militärpiloten an eine langfristige Bindung und Regelungen zum Ausbildungskostenersatz gekoppelt sei.