Schieflagen beim Tiroler Wohnungsleerstand
Wie viele Wohnungen stehen tirolweit eigentlich leer? Auch der Bundesrechnungshof hat darauf keine Antwort. Seit 2025 gäbe es neue Möglichkeiten, zeigt dieser in einem aktuellen Bericht auf. Die Opposition ist alarmiert.
Wohnungen können leer stehen, weil keine Absicht bestand, sie zeitnah zu nutzen oder weil steigende Preise erwartet wurden: Fachleute sprechen von investivem und spekulativem Leerstand. „Jedoch konnte weder das Land Tirol noch die Stadt Innsbruck das Ausmaß eines solchen Leerstands beziffern“, stellt der Rechnungshof in einem gestern veröffentlichten Bericht fest.
Genau um diese Art von Leerstand zu erfassen und zu verringern, trat 2023 das Tiroler Freizeitwohnsitz- und Leerstandsabgabegesetz in Kraft. Die Stadt Innsbruck erzielte aus der Leerstandsabgabe für die Jahre ’23 und ’24 aber nur Einnahmen von rund 162.000 Euro.
Seit 2019 führt Innsbruck ein Leerstandsmonitoring durch. Demnach lag der Anteil von Wohnungen, die sechs Monate lang weder Haupt- noch Nebenwohnsitz waren, bei 8,3 Prozent – das sind 4000 von 48.500 erfassten Wohnungen. Wie der Rechnungshof erläutert, „gibt es seit 2025 die Möglichkeit, mithilfe des Zentralen Melderegisters (ZMR) und Gebäude- und Wohnungsregister (GWR) das Ausmaß des investiven oder spekulativen Leerstands treffsicherer zu ermitteln“.
Rechnungshof: „Mangelhafte Datenqualität“
Der Rechnungshof empfiehlt daher ganz klar: „Das Land Tirol und die Stadt Innsbruck sollen die dabei gewonnen Daten nutzen, um die Wirkung der Leerstandsabgabe regelmäßig zu beurteilen“. Basierend darauf solle entschieden werden, ob die Abgabe in den betreffenden Gemeinden bzw. in der Landeshauptstadt „fortgeführt, weiterentwickelt oder eingestellt“ werden soll. Der Rechnungshof erkennt aber auch mangelhafte Datenqualität bei den Registern selbst: Rund ein Drittel des Wohnungsbestandes konnte nicht in die Abfrage zur Ermittlung leer stehender, abgabepflichtiger Wohnungen miteinbezogen werden.
Wohnen beschäftigt Landtag
„Der Bericht zeigt schwarz auf weiß, dass die Landesregierung viel mehr unternehmen kann, um Wohnen wieder leistbar zu machen“, erklärten Grünen-Chef Gebi Mair und Wohnsprecherin LA Zeliha Arslan. Die Neos beantragen kommende Woche im Landtag eine Bewertung, wie vom Rechnungshof empfohlen. Jedoch werde dies abgelehnt: „Die Landesregierung will offenbar gar nicht wissen, ob die Leerstandsabgabe wirkt“, kritisiert Neos-LA Susanna Riedlsperger. „Es braucht eine Klausel für ein Leerstandsverbot“, betont die Innsbrucker KPÖ.