Schutz vor Drohnen? Österreich hat keinen Plan
Am Flughafen Leipzig/Halle taucht eine Drohne mit Sprengstoff und Zünder auf, der Flugbetrieb muss vorübergehend eingestellt werden. Dass offenbar nur ein technischer Defekt eine Explosion verhindert hat, lässt auch in Österreich die Alarmglocken schrillen. Denn während die Gefahr durch Drohnen zunimmt, ist hierzulande noch immer nicht eindeutig geklärt, wer im Ernstfall zuständig ist.
Schon seit Oktober 2025 arbeitet die Regierung an einer nationalen Drohnenschutzstrategie, Ergebnisse gibt es allerdings immer noch keine. Beteiligt sind das Innen- und das Verteidigungsministerium sowie das von Sicherheitsberater Peter Vorhofer geleitete Krisensicherheitsbüro im Bundeskanzleramt.
Gemeinsam sollen sie klären, wie unerlaubte Drohnen künftig schneller erkannt und abgewehrt werden können. Auch Betreiber kritischer Infrastruktur sollen eingebunden werden. Einen konkreten Zeitplan für die fertige Strategie gibt es bisher allerdings nicht. Ebenso offen ist, wie weit die Arbeiten fortgeschritten sind.
„Das kann man nicht mehr ignorieren“
Genau hier orten die Grünen ein Problem. Denn derzeit sind nicht nur die technischen Mittel, sondern auch die Zuständigkeiten auf mehrere Ministerien und Behörden verteilt. Wer bei einer Sichtung übernimmt und wer im Fall eines Angriffs tatsächlich eingreift, ist nicht eindeutig geregelt.
Das zeigte zuletzt auch eine parlamentarische Anfrage der grünen Sicherheitssprecherin Agnes Prammer. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) konnte demnach nicht sagen, wie viele unerlaubte Drohnenflüge es in Österreich gibt. Sein Ressort sei dafür nicht zuständig.
Nach dem Vorfall in Leipzig wollen die Grünen nun mehr Tempo sehen. „Die Bedrohung durch Drohnen nimmt zu, das kann man nicht ignorieren“, warnt Prammer. Von der Regierung verlangt sie nicht nur die rasche Vorlage der Strategie, sondern vor allem eine klare Aufgabenverteilung für den Ernstfall.
Denn dass mehrere Stellen an der Drohnenabwehr arbeiten, ist für Prammer noch keine ausreichende Antwort. Zwischen Bundeskanzleramt, Innen- und Verteidigungsministerium fehle weiterhin die notwendige Koordinierung. Fast ein Jahr nach Beginn der Arbeiten...