Seifenoper um Österreichs größte Kulturbaustelle
Der nun veröffentlichte Rechnungshof-Bericht kritisiert die Baukosten der Festspiele heftig. Eine gravierende Steigerung der Kosten wird darin erwartet. Das Kulturfestival konterte aber rasch in übertrieben freundlicher Manier auf die Vorwürfe.
Eine gewählte Ausdrucksweise beherrscht man bei den Festspielen par excellence. Wie gut genau, das zeigte das Direktorium am Freitag in einer Stellungnahme zum Endbericht des Bundesrechnungshofes. In äußerst höflicher und verklausulierter Form antwortete man auf das Dutzende Seiten umfassende Dokument aus Wien, das sich kritisch zu den Kosten des Festspielumbaus äußert: „Der Festspielfonds begrüßt die Prüfung des Projektes in einer frühen Phase, freut sich über die über weite Strecken positive Bewertung.“
Finanzlücke sollen private Sponsoren schließen
Konkret wird im Bericht des Rechnungshofes auf eine mögliche Erhöhung der Gesamtkosten auf bis zu 636,23 Millionen Euro hingewiesen. Ein Dorn im Auge ist den Prüfern aus Wien unter anderem die mittlerweile verlängerte Bauzeit bis Mai 2033 und eine unklare Finanzierung des letzten Bauabschnitts. Für die Sanierung von Haus für Mozart und Felsenreitschule fehlen bis zu 86 Millionen Euro. Die Festspiele geben dies zwar offen zu. Jedoch nicht, ohne schon einen Plan B im Ärmel zu haben: Private Mäzene sollen an dieser Stelle finanziell einspringen.
Im Gegenzug weist das Festival auf das Alter des Prüfberichts hin. Dessen Rohfassung stamme aus dem April, geprüft worden sei ohnehin nur der Zeitraum bis Oktober 2025. Von 35 der darin enthaltenen Empfehlungen seien in der Zwischenzeit bereits 22 seitens der Festspiele umgesetzt worden. Man nehme die vielen Anregungen des Rechnungshofes also durchaus ernst.
Und auch den von Landeshauptfrau Karoline Edtstadler eingezogenen Kostendeckel von 400 Millionen Euro für den derzeit laufenden Bauabschnitt hat man bei den Festspielen nicht vergessen. Oder in Worten des Direktoriums formuliert: „Der Festspielfonds setzt selbstverständlich alles daran, die vorhandenen Finanzmittel entsprechend sorgsam einzusetzen und den von der öffentlichen Hand zur Verfügung gestellten fixen Budgetdeckel einzuhalten.“ Zugutekäme den Festspielen, laut Eigenaussage, auch, dass im Baugewerbe die Kosten aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage wieder sinken.