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Seltener Blick auf Mozarts Requiem & Haydns Hymne

· Culture

Die „Krone“ durfte in der Österreichischen Nationalbibliothek Wolfgang Amadeus Mozarts „Requiem“ und die „Kaiserhymne“ von Joseph Haydn im Original bewundern! Zum 200-Jahr-Jubiläum der Musiksammlung des Hauses sollen die Schätze nicht nur bewahrt, sondern auch hörbar werden.

Es sind Blätter, die Musikgeschichte atmen. Vergilbtes Papier, feine Notenzeilen und eine Handschrift, die Millionen Menschen bis heute berührt. Im Lichte des Jubiläumsschwerpunktes „200 Jahre Musiksammlung“ erscheint alles noch berührender. Besonders bewegend ist für uns der Blick auf jene wenigen Takte des „Lacrimosa“, die Mozart noch selbst zu Papier brachte. Hier endet seine Handschrift abrupt.

Der Komponist starb 1791, während er an seinem letzten großen Werk arbeitete. Seine Schüler Joseph Eybler und Franz Xaver Süßmayr vollendeten das Requiem im Auftrag seiner Witwe Constanze. Auf dem Original bleibt jener Moment sichtbar, in dem Mozarts schöpferische Kraft für immer verstummte.

Weit mehr als ehrwürdige Blätter
Benedikt Lodes, Leiter der Musiksammlung, macht deutlich, dass diese Schätze weit mehr sind als ehrwürdige Blätter. Sie erzählen von Menschen, ihren Lebenswelten und den musikalischen Entwicklungen über Jahrhunderte hinweg. Die Sammlung sei ein lebendiges Gedächtnis des österreichischen Musiklebens, das auch die Gegenwart und die Musik von morgen bewahren soll.

Eine ganz andere, aber nicht minder bewegende Geschichte erzählt die Kaiserhymne. Im Auftrag von Graf Franz von Saurau komponierte Joseph Haydn das Lied für Kaiser Franz II. Die Melodie wurde rasch populär und fand auch Eingang in sein berühmtes Kaiserquartett. Was einst als musikalische Huldigung an den Monarchen entstand, wurde zu einem Stück österreichischer Identität.

Direktorin Michaela Mayr betont die besondere Bedeutung dieser Sammlung: „Die Musiksammlung bewahrt Musikgeschichte von Weltrang. Berühmte Namen aus 900 Jahren Kompositionsgeschichte finden sich darin, wie Bach, Mozart, Haydn, Beethoven, Strauss, Bruckner, Berg. Ihre umfangreichen Bestände dokumentieren viele Jahrhunderte des österreichischen Musiklebens auf vielfältige Art – und auch heute noch sammelt sie Musik der Gegenwart für die Generationen von morgen.“

Rund 60.000 Musikhandschriften, 130.000 Musikdrucke und mehr als 400 Nachlässe machen dieses Erbe aus. Zum Jubiläum soll es nicht nur bewahrt, sondern auch hörbar werden: Bei Musiksalons am 11. November und 9. Dezember erklingt Musikgeschichte bei freiem Eintritt. Mayr: „Denn diese Schätze sollen nicht nur in Archiven ruhen – sie sollen auch kommende Generationen berühren.“