Das Bundesheer hat angekündigt, die psychische Gesundheit seiner Soldatinnen und Soldaten stärker fokussieren zu wollen. „Denn neben körperlicher Fitness ist die psychische Gesundheit eine wesentliche Voraussetzung für Leistungs- und Einsatzfähigkeit“, heißt es in einer Aussendung am Freitag.
Vergangenes Jahr wurden bei der Stellung 45.377 Untersuchungen und 2811 klinisch-psychologische Untersuchungen durchgeführt. Bei der Stellung wird neben der körperlichen auch die psychische Verfassung untersucht. Das sei eine „besondere Chance“, um psychische Erkrankungen zu erkennen, heißt es. Grundwehrdiener sollen Anforderungen wie Stress, außergewöhnliche Belastungssituationen und Schlafentzug bewältigen sowie dadurch Resilienz entwickeln. Die längere Trennung von Familie und Freundinnen sowie Freunden spielt dabei ebenfalls eine Rolle.
„Psychische Gesundheit ist keine reine Privatsache, die wir im militärischen Alltag ignorieren können (...). Unterstützung frühzeitig anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck von Verantwortung und Fürsorge – für sich selbst und für andere“, sagte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) in einer Aussendung.
Für Soldatinnen und Soldaten, die in den Auslandseinsatz gehen, gelten spezielle Vorgaben. Im Vorjahr absolvierten 1423 Personen die dafür gesonderte Untersuchung, um die Eignung festzustellen. Zudem standen neun Militärpsychologinnen und Militärpsychologen zur Verfügung. Nach belastenden Ereignissen und Einsätzen können grundsätzlich alle Soldatinnen und Soldaten, sprich genauso jene im Inland, auf ein Netzwerk für Krisenintervention und Notfallpsychologie zurückgreifen.
„Auch unsere Soldatinnen und Soldaten sind vor familiären und privaten Sorgen nicht gefeit. Und nicht jede Belastung ist von außen sichtbar“, sagte Tanner abschließend. Am Samstag, 10. Oktober, wird der Welttag der psychischen Gesundheit begangen.