Spritpreise: Texas ruft Katastrophenzustand aus
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran treibt weltweit die Spritpreise in die Höhe – auch in den Vereinigten Staaten, wo man im Vergleich zu Europa aber immer noch regelrechte Schnäppchenpreise zahlt. In Texas kostet der Liter Diesel umgerechnet etwa 1,30 Euro – und das bewegte Gouverneur Greg Abbott bereits dazu, den nationalen Notstand auszurufen.
Aktuell zahlt man im „Lone Star State“ rund 5,86 pro Gallone (etwa 3,78 Liter) Diesel. Umgerechnet sind das etwa 1,30 Euro je Liter – so billig war der Diesel in Österreich zuletzt im Jahr 2021. Doch in den USA ist man anderes gewohnt, noch im Februar dieses Jahres hatten die Texaner für 3,30 US-Dollar pro Gallone ihre Tanks gefüllt, berichtet etwa die „Texas Tribune“.
Diese Entwicklung veranlasste den republikanischen Gouverneur nun sogar dazu, einen landesweiten Notstand auszurufen, denn auch in den USA brauchen die tonnenschweren Lkws und Landmaschinen vor allem eines: günstigen Diesel. „Unsere Landwirtschaft und der Güterverkehr in Texas sind auf Diesel angewiesen“, schrieb Abbott in einer Erklärung: „Die aktuellen Rekordpreise gefährden beide Branchen und treiben die Kosten für jede texanische Familie in die Höhe.“
Gefärbter Diesel darf nun in Lkws getankt werden
Mit dem Erlass hebelt der Gouverneur allerdings die ohnehin schon relativ laxen Umweltgesetze aus. Denn neben der Aussetzung für Beschränkungen des Schwerverkehrs können die Frächter nun auch gefärbten Diesel verwenden. Gefärbter Dieselkraftstoff ist chemisch identisch mit dem an Tankstellen erhältlichen Standarddiesel, wird jedoch rot eingefärbt und in landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Baumaschinen verwendet.
Da er von der Bundes- und Landessteuer auf Kraftstoffe befreit ist, ist seine Verwendung auf öffentlichen Straßen in der Regel verboten, und Zuwiderhandlungen werden gemäß Landesrecht mit Bußgeldern wegen Steuerhinterziehung geahndet. Außerdem setzte Abbott die Vorschriften für die Verwendung von emissionsärmerem Kraftstoff bis zur bundesweit geltenden Untergrenze herab. Nicht angetastet wird die Kraftstoffsteuer, die in den USA bei 20 Cent pro Gallone liegt.
Demokraten: „Unnötigen Krieg beenden“
Kritik gab es von Abbotts politischem Gegenspieler, den in Texas traditionell schwachen Demokraten. Sie forderten, dass der republikanische Gouverneur an US-Präsident Donald Trump appelliere, dessen „absurde Zollpolitik“ zu beenden. Außerdem sprachen sie sich für ein Ende des „unnötigen Krieges“ im Nahen Osten aus.
Der Konflikt mit dem Iran, welcher seit sieben Monaten tobt, hatte sich massiv auf die Ölpreise ausgewirkt. Am Dienstag legte der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee zur Lieferung im November um 0,14 Prozent auf 105,43 US-Dollar zu.
Fehlende Fortschritte bei den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran sowie Anzeichen einer starken Nachfrage sorgten für ein Plus bei den Ölnotierungen, während die Wiederaufnahme von Öllieferungen über eine wichtige Pipeline des führenden Exporteurs Saudi-Arabien nicht für eine Entlastung sorgte.