Politik

Statt Krawalle: Österreich feiert im Kürbiskostüm

Statt Krawalle: Österreich feiert im Kürbiskostüm

Krawall in Europa, nur in Österreich feierten (nicht nur) die Jungen Halloween heiter im Kürbiskostüm. Nichts passiert also wieder einmal. Das ist ja fein. Bloß: Warum ist es bei uns so anders als anderswo?

Einfache Erklärung: Österreich hat keine Tradition des Aufstands wie die Franzosen seit ihrer Revolution 1789. Es gibt keine Kultur des Steinewerfens, wie sie in Deutschland bei einem späteren Außenminister wie Joschka Fischer am Beginn seiner Politisierung gestanden hat. Österreich hat auch keine Terrorvergangenheit wie Italien mit den Roten Brigaden.

Hierzulande muss man sich meistens nur mit kleineren und gröberen Ungemütlichkeiten wie zu hohen Gaspreisen, langen Wartezeiten in Spitalsambulanzen oder Verspätungen der S-Bahn bei Schneefall abfinden. Und abgesehen davon, dass sich das mit dem Schnee ohnehin bald aufhören wird, sind wir ganz gut im Arrangieren mit den Ärgernissen des Alltags.

So weit die einfache Erklärung. Es steckt allerdings noch eine kompliziertere Geschichte dahinter: Österreich ist es gelungen, ein teures, aber stabiles Sozialnetz zu knüpfen, ein bei allen Schwächen funktionierendes Schulsystem zu erhalten oder in Wien bis noch vor wenigen Jahren mit einem Gemeindebauprogramm eine Wohnungsnot wie in anderen Ländern nicht aufkommen zu lassen.

Also Vorsicht, bevor da einige mit der Abrissbirne anrücken. Sonst könnte es passieren, dass die Jungen nicht im Kürbiskostüm auf der Couch hocken bleiben.

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