Illegale Migration, Terror und Kriminalität – auch wenn die Türkei relativ weit weg ist, gibt es zahlreiche Berührungspunkte mit Österreich. Die heimischen Sicherheitsbehörden sind auf Zusammenarbeit mit den Türken auf vielen Ebenen angewiesen. Innenminister Gerhard Karner ist gerade in der Türkei, um die diese Allianz zu pflegen.
Karner wurde er von seinem türkischen Amtskollegen Mustafa Çiftçi empfangen. Das Treffen fand im Rahmen des Kooperationsmechanismus statt, den Karner im Jahr 2022 etabliert hat. Er ermöglicht einen institutionellen und regelmäßigen Austausch zwischen den österreichischen und türkischen Sicherheitsbehörden.
Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stehen die Bekämpfung von Terrorismus und organisierter Kriminalität, der Kampf gegen illegale Migration und Schlepperkriminalität sowie Rückführungen und Abschiebungen.
Wie wichtig dieser Austausch ist, zeigte sich zuletzt im September 2026: Ein 20-jähriger österreichisch-türkischer Doppelstaatsbürger, der in Österreich wegen Terror- und Waffendelikten vorbestraft war und gegen gerichtliche Auflagen verstoßen hatte, war illegal in die Türkei ausgereist. Bei einem gezielten Zugriff türkischer Sicherheitskräfte im Umfeld der Terrormiliz IS in Istanbul kam es zu einem Schusswechsel, bei dem der Verdächtige getötet wurde.
Vor diesem Hintergrund wurden beim Ministergespräch der Informationsaustausch über Gefährder, die Verhinderung illegaler Ausreisen in Krisen- und Kriegsgebiete sowie gemeinsame Schnittstellen im Bereich der Deradikalisierung weiter ausgebaut.
Türkei spielt bei Migration zentrale Rolle
Die Türkei nimmt als zentraler Transit- und Aufnahmestaat eine Schlüsselrolle bei den Migrationsbewegungen in Richtung Europa ein. Aktuell leben dort rund 2,5 Millionen Migranten, darunter etwa 2,2 Millionen Syrer sowie Staatsangehörige aus Ländern wie dem Irak, Afghanistan und dem Iran.
Auch in die Türkei selbst werden jährlich zahlreiche Außerlandesbringungen durchgeführt. Im vergangenen Jahr waren es mehr als 1700, heuer bis Ende September bereits mehr als 960. Rund 20 Prozent der in die Türkei abgeschobenen Personen sind verurteilte Straftäter.