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Österreich und Frankreich: Es brennt der Hut

· Politics

Wien ist nicht Paris. Innsbruck ist nicht Limoges, obwohl die beiden Städte fast gleich viele Einwohner zählen. Im Gegensatz zum Rathaus der französischen Stadt am Fluss Vienne steht jenes in der Stadt am Inn noch in voller Pracht. Das Rathaus von Limoges wurde durch einen Brand, den Randalierer im Zuge der eskalierenden französischen Protestwelle gelegt hatten, zerstört. Zerstört wie vieles – von Läden bis zu Häusern.

Das wäre bei uns nicht möglich, versichert Bundeskanzler Christian Stocker, weil wir hierzulande über eine „offene Diskussionskultur“ verfügen und weil wir „in Österreich anders miteinander umgehen“.

Da hat Stocker prinzipiell recht. Den Österreichern fehlt für gewöhnlich die Heißblütigkeit der Franzosen wie auch deren Hang zum scharfen Protest bis hin zur Revolution. In aller Regel regeln wir in Österreich Missstände anders, als man es in Frankreich tut.

Doch im Gegensatz zum aktuellen ÖVP-Bundeskanzler Stocker, der sich zuversichtlich zeigt, dass Österreich von Krawallprotesten mit Plünderungen und Brandstiftungen weiter verschont bleibt, äußert sich der frühere ÖVP-Bundeskanzler Sebastian Kurz alarmierter und warnt: „Wenn wir unseren Weg jetzt nicht ändern, werden wir bald die gleichen Szenen in Berlin, Wien und München sehen.“

Die Entwicklung – nicht nur in Frankreich – sei, so Kurz, „Konsequenz von fast zwei Jahrzehnten gescheiterter Einwanderungspolitik“. Auch wenn in Österreich hoffentlich weiterhin weder Barrikaden noch Rathäuser brennen. So viel ist klar: Es brennt der Hut!