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Stimmenkampf unterm Uhrturm: Alle Augen auf Graz

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In einem weitgehend wahlfreien Innenpolitik-Jahr ist es der bedeutendste Urnengang 2026: Sieben Gemeinderatsfraktionen und vier Klein-Listen kämpfen um die Gunst der gut 225.000 Wahlberechtigten in Österreichs zweitgrößter Stadt. Bis 16 Uhr wird in Graz noch gewählt, der „Krone“-Liveticker begleitet Sie durch den aufgeheizten Tag.

Und es gibt auch bereits einen Aufreger: ÖVP, Grüne, SPÖ und NEOS kritisieren die favorisierte KPÖ von Bürgermeisterin Elke Kahr, das Fairnessabkommen gebrochen zu haben. In diesem sei „unmissverständlich vereinbart worden, auf jegliche Parteiwerbung vor den Wahllokalen zu verzichten“. Stein des Anstoßes sind KPÖ-Plakate in unmittelbarem Umfeld mehrere Wahllokale, was laut gemeinsamer Aussendung der vier Parteien „das Vertrauen in faire Spielregeln im demokratischen Wettbewerb untergräbt“.

Showdown bei Gluthitze, Fußball-WM und Formel 1
In 111 Wahllokalen kann bis 16 Uhr für insgesamt elf Listen (neben den derzeit im Gemeinderat vertretenen sind das das Demokratische Bündnis Österreich, die Liste GAZA, die Piraten und MFG) abgestimmt werden, wahlberechtigt sind rund 188.000 Österreicher und 37.000 EU-Bürger (siehe Grafik). Wie sich Rekordhitze, Formel 1 in Spielberg und der letzte Vorrunden-Auftritt Österreichs bei der Fußball-WM zu nachtschlafender Stunde auf die Beteiligung auswirken, bleibt abzuwarten. 2021 lag diese nur bei 54 Prozent.

KPÖ in Umfragen ungefährdet, dahinter könnte es eng werden
Die aktuellen Umfragen billigen allesamt Bürgermeisterin Kahr den ersten Platz zu – mit einem Ergebnis von möglicherweise mehr als 30 Prozent, noch über dem Sensations-Sieg von 2021. Die ÖVP, die unter Siegfried Nagl Ergebnisse bis knapp an die 40-Prozent-Grenze einfuhr, würde in Richtung 20 Prozent verlieren. Den Freiheitlichen, zuletzt nur knapp über der Zehn-Prozent-Schwelle, wird ein klar besseres Ergebnis zugeschrieben, den Grünen ein schlechteres, der SPÖ ein noch schlechteres.

Koalitions-Krimi mindestens ebenso spannend
Wie auch immer die Wahl ausgeht: Dem Sieger muss es erst einmal gelingen, sich die nötige Mehrheit im Gemeinderat zu sichern. Denn geht’s nach den letzten Umfragen, liegen da keine wirklich realistischen Koalitionsvarianten auf der Hand.

Auch die abschließende „Krone“-Elefantenrunde ergab keine neuen Aufschlüsse, wie es in der nächsten Periode weitergehen könnte. Ein von FPÖ-Mann Apfelknab in den Raum gestellter „Flirt“ Hohensinners mit Kahr wurde heftig zurückgewiesen, Kampus wiederum will nicht mehr Steigbügelhalterin für das Duo Kahr/Schwentner sein, wenn ihre SPÖ erneut einen Platz im Stadtsenat verpasst.