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Trump verkündet plötzlich eine Energie-Waffenruhe

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Plötzliche Wende im Ukraine-Krieg? US-Präsident Donald Trump hat auf seiner Plattform Truth Social eine sofortige Energie-Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine verkündet. Beide Seiten hätten zugestimmt, schrieb Trump. Ob und in welcher Form die Vereinbarung tatsächlich umgesetzt wird, blieb zunächst offen. Seine Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Verhältnis zwischen Washington und Kiew erneut schwer belastet ist.

„Mit sofortiger Wirkung gilt im Krieg zwischen Russland und der Ukraine eine Energie-Waffenruhe. Beide Seiten haben zugestimmt. Brecht sie nicht!“, schrieb Trump auf seinem eigenen Netzwerk Truth Social. Weitere Details nannte er zunächst nicht. Eine Bestätigung aus Kiew oder Moskau liegt zunächst nicht vor.

Selenskyj stellte zuvor Bedingung
Die Ankündigung steht im Zusammenhang mit den zuletzt verschärften Spannungen rund um Angriffe auf die Energieinfrastruktur und den russischen Ölsektor. Die Ukraine hatte ihre Gegenangriffe auf Anlagen verstärkt, die für die Finanzierung des russischen Angriffskriegs wichtig sind.

Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Sonntag erklärt, Kiew werde die Angriffe auf Raffinerien einstellen, wenn Russland seinerseits ukrainische Energieanlagen verschone. Moskau hatte eine solche Vereinbarung bisher abgelehnt.

Streit um Diesel und hohe Spritpreise
Trump hatte die Ukraine zuletzt wiederholt für eine weltweite Dieselknappheit verantwortlich gemacht. Gleichzeitig steht der US-Präsident innenpolitisch wegen der hohen Lebenshaltungs- und Treibstoffkosten unter Druck. Die Preise waren im Zuge des Kriegs der USA gegen den Iran stark gestiegen.

Parallel dazu verkündete Trump eine Vereinbarung mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über zusätzliche Diesel-Exporte. Moskau hob sein bisheriges Exportverbot teilweise auf. Dadurch sollen zunächst mehr als 300.000 Tonnen Diesel auf den Weltmarkt gelangen können. Für November stellte Trump die Freigabe einer weiteren halben Million Tonnen sowie anschließend einer Million Tonnen in Aussicht.

In Russland selbst war es nach ukrainischen Drohnenangriffen auf die Energiebranche zu Engpässen gekommen. An Tankstellen gab es wiederholt lange Warteschlangen und Einschränkungen, auch in Moskau.

Trump stellt Selenskyjs Präsidentschaft infrage
Besonders schwer wiegt der neuerliche Konflikt für das Verhältnis zwischen Trump und Selenskyj. Der US-Präsident forderte zuletzt einen neuen Präsidenten für die Ukraine und stellte damit eine Position in den Raum, die auch Moskau vertritt. Russland spricht Selenskyj wiederholt die Legitimität ab. In der Ukraine sind Wahlen während des geltenden Kriegsrechts allerdings verboten.

Das Verhältnis zwischen Trump und Selenskyj war bereits im Februar 2025 auf einen Tiefpunkt gesunken. Bei einem Eklat im Weißen Haus warfen Trump und sein Vizepräsident JD Vance dem ukrainischen Staatschef vor laufenden Kameras mangelnden Respekt und fehlende Dankbarkeit vor. Danach näherten sich die beiden Seiten wieder an. Es kam unter anderem zu einem umstrittenen Rohstoffabkommen, Trump lobte Selenskyj zwischenzeitlich sogar als starken Staatschef.

Kritik an Trumps Kurs
Die jüngsten Schritte des US-Präsidenten sorgen auch international für Kritik. Die deutsche Bildungsministerin Karin Prien bezeichnete Trumps Forderung nach einem neuen ukrainischen Präsidenten als moralischen Bankrott. „Für ein paar Liter Diesel. Was für ein moralischer Bankrott“, schrieb die stellvertretende CDU-Vorsitzende auf X.

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul forderte unterdessen mehr Druck auf Moskau. „Wir brauchen nicht weniger, wir brauchen mehr Druck auf Putin, damit er bereit ist, zu verhandeln“, sagte er.