Kriegschroniken

Ukraine: Russen schießen mit Raketen aus Nordkorea

Ukraine: Russen schießen mit Raketen aus Nordkorea

Bei einem schweren Luftangriff hat Russland nach ukrainischen Angaben erstmals nach langer Zeit nordkoreanische Raketen eingesetzt. Mindestens sechs Mitglieder einer Familie wurden dabei getötet. Kiew vermutet, dass Putin für seinen Angriffskrieg frischen Nachschub aus Pjöngjang bekam.

Der verheerende Luftschlag erfolgte am Donnerstag. Ein Wohnhaus einer Großfamilie in der Kleinstadt Raduschne bei Krywyj Rih in der Zentralukraine wurde völlig zerstört. Mindestens sechs der zehn Familienmitglieder sind tot.

Eingesetzt wurde bei dem Angriff eine Rakete aus Nordkorea, so der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem Video. „Nach derzeitigem Stand handelt es sich um eine nordkoreanische ballistische Rakete“, sagte er. Um absolute Gewissheit zu bekommen, werden noch Trümmerfragmente untersucht.

Verdächtige Flugbahnen
Es wäre der erste Einsatz einer solchen Waffe seit über einem Jahr. Ukrainische Radarsysteme erfassten zwei Flugbahnen von Raketen, die Russland Richtung Krywyj Rih abfeuerte. Sie ähnelten denen nordkoreanischer Kurzstreckenraketen vom Typ Hwasong-11A oder Hwasong-11B (nach US-amerikanischer Nomenklatur KN-23 und KN-24),  berichtet Reuters unter Berufung auf Militärkreise. Zwei auf dem Radar erfasste Flugbahnen deuten demnach auf insgesamt vier abgefeuerte Raketen hin. Weitere Einschlagstellen neben Raduschne seien nicht bekannt.

Die anonymen Militärinsider vermuten, dass Russland jetzt neue Waffenlieferungen aus Pjöngjang bekommen hat. Sie könnten nun bei einer intensivierten Raketenoffensive zum Einsatz kommen. Nordkorea lieferte bereits zuvor ballistische Raketen an Russland, die erstmals 2023 gegen die Ukraine eingesetzt wurden.

Mit „wahnsinnigem Regime“ verbündet
Pjöngjang schickte auch Artilleriegeschütze und Raketenwerfer sowie Munition nach Russland, mit dem eine enge militärische Zusammenarbeit mit gegenseitigem Beistand vereinbart wurde. Selenskyj wirft Russlands Machthaber Wladimir Putin vor, sich mit dem „wahnsinnigen Regime in Nordkorea“ zu verbünden, um Waffen und Soldaten zu bekommen.

In den vergangenen Jahren warf Putin nordkoreanische Soldaten in die Schlacht, als es darum ging, eingedrungene ukrainische Truppen aus dem westrussischen Gebiet Kursk zu verdrängen. Jetzt warnt die Ukraine davor, dass Russland 30.000 neue Soldaten aus Nordkorea rekrutieren könnte, um eigene Verluste auszugleichen.

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