Ukraine setzt wieder russische Raffinerie in Brand
Mehrere Tage lang schickte die Ukraine keine Drohnen nach Russland, in der Nacht hat sie gezeigt, dass sie die Gegenangriffe wieder aufnimmt. Eine Ölraffinerie östlich von Moskau wurde getroffen. Ein großes Feuer brach, Rauchwolken waren kilometerweit zu sehen.
Ukrainischen Medien zufolge setzten die Drohnen die Lukoil-Raffinerie in Kstowo im Gebiet Nischni Nowgorod in Brand, in der Kraft- und Schmierstoffe produziert werden. Sie gilt als eine der größten Ölraffinerien Russlands.
„Massiver Drohnenangriff“
Die russische Seite bestätigte einen „massiven Drohnenangriff“. Ein Industrieunternehmen im Bezirk Kstowo habe „erheblichen Schaden erlitten“, teilte der Gouverneur von Nischni Nowgorod, Gleb Nikitin, mit. Insgesamt seien „mehr als 100 Drohnen zerstört“ worden, Opfer habe es keine gegeben, fügte er hinzu. Offizielle ukrainische Äußerungen zu dem Angriff ab es bisher nicht.
Als Reaktion auf die russischen Angriffe hat die ukrainische Armee immer wieder Attacken auf die russische Energieinfrastruktur ausgeführt, um die kriegswichtigen Öl- und Gaseinnahmen Russlands zu schmälern. In den vergangenen Tagen hatten die ukrainischen Truppen diese Angriffe aber ausgesetzt. Am Freitag hatte Moskau erklärt, die Ukraine habe ihre Angriffe auf russische Ölraffinerien nach einer mehrtägigen „Pause“ wieder aufgenommen.
Pause auf Druck von Trump?
Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ war es US-Präsident Donald Trump, der Druck auf die Ukraine ausgeübt hatte, die Drohnenattacken auszusetzen. Trump hatte Kiew wiederholt scharf dafür kritisiert, weil er sie für die steigenden Energiepreise weltweit und in den USA verantwortlich machte.
Der 80-Jährige befindet sich gerade im Wahlkampf-Endspurt für die Midterms kommenden Dienstag und erhoffte sich durch gedämpfte Spritpreise mehr Zustimmung. Dem „Wall Street Journal“ zufolge sollte die inoffizielle Unterbrechung entsprechend auch noch bis nach den US-Zwischenwahlen dauern. Nun hat die Ukraine lautstark gezeigt, dass sie da nicht mitmacht.