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Ukraine: Zivilisten aus Stadt Oleschky gebracht

Ukraine: Zivilisten aus Stadt Oleschky gebracht

Am Samstag sind drei Flugzeuge mit Zivilpersonen aus der russisch besetzten Frontstadt Oleschky in Belarus gelandet. Die Evakuierten werden nun weiter in die Ukraine gebracht. Es war der erste Vorgang dieser Art in dem Krieg, der bereits seit mehr als vier Jahren andauert. Dafür hatten die USA eine lokale Waffenruhe vermittelt, die noch bis zum morgigen Sonntag gilt.

Die Menschen wurden zunächst mit Bussen über die annektierte Halbinsel Krim in die russische Stadt Anapa gebracht. Von dort ging es mit Flugzeugen nach Belarus weiter, um anschließend über einen Grenzübergang in die Ukraine gebracht zu werden. Die Bewohnerinnen und Bewohner waren erschöpft und entkräftet. Der ukrainische Beauftragte Lubinez und seine russische Kollegin Jana Lantratowa hatten die Evakuierung am Freitag persönlich begleitet. Sie dankten der US-First-Lady Melania Trump für die Vermittlung einer mehrtägigen Waffenruhe und stellten mögliche weitere humanitäre Aktionen für notleidende Menschen in Frontstädten in Aussicht.

Mehr als Tausend Menschen könnten noch in der von der Außenwelt abgeschotteten Stadt Oleschky leben. Vor dem Krieg waren es noch 24.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Die extrem verminte und mit vielen Panzersperren bestückte Region ist vom russischen Militär abgeriegelt. Als besonders gefährlich gelten die ukrainischen Drohnenangriffe. „Hier war es mal so schön, bis die Russen meinten, ihnen gehört das. Nun ist alles kaputt“, sagte der 60-jährige Bewohner Sascha. Er hatte vor der Abfahrt des Busses Angst, irgendwohin gebracht zu werden. Die Russinnen und Russen könnten tricksen, sagte er.

Hilfslieferungen eingetroffen
Über 200 Menschen wurden evakuiert. Ein Teil der Busse fuhr nach Russland, für dieses Ziel entschieden sich nicht viele. Ein Argument für die Halbinsel Krim ist etwa, in der Nähe zu bleiben, falls es irgendwann wieder friedlich wird. Einige Bewohnerinnen und Bewohner nahmen ihre Haustiere mit.

Viele entschieden sich, in Oleschky zu bleiben, obwohl Häuser nach Drohnenattacken in Trümmern liegen und es kaum Nahrung gibt. Auch eine richtige Verbindung per Telefon oder Internet zur Außenwelt gibt es nicht mehr. Inzwischen kommen Hilfslieferungen an, darunter sind Lebensmittel, Medikamente und Hygieneartikel. „Ich hoffe auf ein paar Fischkonserven“, sagte der ehemalige Physiklehrer Oleh, der die Stadt nicht verlassen will. Er sei vor allem den Deutschen dankbar für die Hilfe für die Ukraine, sagte er, und er hoffe, dass das Gebiet wieder unter ukrainische Kontrolle komme.

Die Priester der russisch-orthodoxen Kirche, die zum Beten gekommen sind, sprachen von einer „Geisterstadt“. Es müsse Frieden kommen. Am morgigen Sonntag wird die Waffenruhe wieder enden.

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