Politik

Uni-Sparkurs: „Das nehmen wir nicht hin!“

Uni-Sparkurs: „Das nehmen wir nicht hin!“

Rund 6000 Studierende übten am Dienstag mit Protest in der Wiener Innenstadt Druck auf die Regierung aus. Sie wollen keine Kürzungen bei ihrer Bildung.

Vor der Uni Wien spielte ein Musikquartett absichtlich falsch. Vertrocknete Blumen „schmückten“ ein symbolisches Grab. Es wurde an einem „Kürzungs-Glücksrad“ gedreht. All diese Aktionen gehörten zum Protest gegen mögliche Sparmaßnahmen an den Universitäten. Rund 6000 Personen legten am Nachmittag von 15 bis 18 Uhr den Wiener Ring lahm, sie forderten „No Cuts“ (keine Einsparungen) im Universitätsbereich.

„Auf dem Rücken der Studierenden soll Budget gekürzt werden. Das nehmen wir nicht hin!“, sagt Viktoria Kudrna, Vorsitzende der österreichischen Hochschülerschaft. Man habe schlicht „keine andere Möglichkeit als hier zu protestieren“, erzählen Studierende der „Krone“. Sie alle befürchten aufgrund der geplanten Budgetkürzungen weniger Lehrveranstaltungen, vollere Hörsäle und weniger Lehrpersonal.

Das betrifft besonders die Medizin-Unis: „Es ist für die klinische Ausbildung enorm wichtig, dass wir am Patientenbett von Ärzten lernen“, sagt ein Medizinstudent. Wie alle hier will er weiterhin laut sein.

Markus Müller hat „wenig Grund zum Optimismus.“ Selbst wenn medizinische Unis bevorzugt würden, komme man an einem Personalabbau nicht vorbei, sagte der Rektor der MedUni Wien. Gemeinsam mit dem Präsidenten, dem Vizepräsidenten und dem Ehrenpräsidenten der Ärztekammer warnte er in Wien vor Einsparungen im Gesundheitswesen.

Noch ist nicht klar, wie gravierend die Folgen der drohenden Budgetkürzungen sein werden. Die Regierung will sich erst am Wochenende dazu erklären. Aber wie berichtet, wackeln allein am Wiener AKH 200 Ärztestellen. Es drohen längere Wartezeiten und die Verlagerung von Patienten in bereits überfüllte Krankenhäuser. In anderen Bundesländern zeigt sich ein ähnliches Bild. In Graz könnten bis zu 120 Stellen wegfallen. In Innsbruck hält Rektor Gert Mayer bei drastischen Kürzungen einen Abbau im dreistelligen Bereich für möglich.

Ärztekammer schlägt Alarm
Allerdings stellen die Länder in den Unikliniken in Graz, Innsbruck und Linz die Hälfte der Ärzte – in Wien stellt die Uni alle Ärzte für das AKH. Deshalb ist auch die Ärztekammer alarmiert. „Diese Hauruckaktion ist typisch für die Politik“, kritisiert etwa Eduardo Maldonado-González, zweiter Vizepräsident der Ärztekammer. Präsident Johannes Steinhart will ein „Spitzengespräch zwischen Ministerium, Stadt Wien, der MedUni und Vertretern der Ärzteschaft, um eine konstruktive gemeinsame Lösung zu finden.“

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