Es waren furchtbare, angsteinflößende Szenen, die sich seit Mitte der Woche am nordöstlichen Zipfel Afrikas abspielten: Zigtausende Marokkaner kletterten über Grenzzäune oder gelangten schwimmend an die Strände von Ceuta. Sie triumphierten, weil sie es in die spanische Exklave – und somit in die EU – geschafft hatten. Mindestens 57 kamen bei der abenteuerlichen Aktion bisher ums Leben.
Bei diesen Massen handelt es sich aber nicht um Flüchtlinge, denn in Marokko herrscht weder Krieg, noch muss dort jemand verhungern. Politische Verfolgung kann als Fluchtgrund im Einzelfall natürlich nie ausgeschlossen werden.
Zum überwiegenden Teil waren das jedoch junge Männer, die illegal einreisten und Europa auf den Videos ihre Fäuste und das Victory-Zeichen entgegenstreckten.
Spanien hat ein großes Problem – und mit Spanien der gesamte Schengenraum. Giorgia Melonis Forderung, Spanien einfach dort hinauszuschmeißen, wird das Problem nicht lösen. Europas Außengrenzen stehen massiv unter Druck – umso mehr, da zwei von ihnen auf dem afrikanischen Kontinent liegen.
Die Umfrage auf krone.at spricht eine deutliche Sprache: 90 Prozent befürchten durch das Chaos in Ceuta einen neuen Flüchtlingsansturm.
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez sprach von einem „Angriff“. Zu Recht. Was in Ceuta gerade passierte, bedroht die nationale Sicherheit und Integrität eines ganzen Staates. Und in letzter Konsequenz auch die Sicherheit Europas und somit Österreichs.