Kultur

Wenn der Ortschef den Gott im „Jedermann“ gibt

Wenn der Ortschef den Gott im „Jedermann“ gibt

Auf der Seebühne Seeham laufen die Proben für den modernen „Jedermann“ von Felix Mitterer auf Hochtouren. Franz Hillerzeder spielt die Hauptrolle, Bürgermeister Christian Altendorfer steht als Gott auf den Brettern der Bühne im Trumer See.

So in Weiß gekleidet erkennt ihn nicht jeder auf Anhieb: „Es fühlt sich gut an“, lacht der Seehamer Bürgermeister. Christian Altendorfer schlüpft für den „Jedermann“ auf der Seebühne in die Rolle des Gott-Vaters und hat sich dafür extra einen Bart wachsen lassen.

Zum verschwenderischen Lebemenschen voller Machtgelüste wird Franz Hillerzeder, der schon mehrmals in Hauptrollen zu sehen war. Ihn fasziniert: „Die Hilflosigkeit, wenn einem Menschen alles genommen wird.“ An seiner Seite bezaubert Karoline Entfellner, Köstendorferin, die Bühnenerfahrung von der Kellerbühne mitbringt. „Für mich ist es die erste Seebühnen-Saison“, freut sich die Buhlschaft über den Start.

„Jedermann-Stoff kommt nie aus der Mode“
In der Fassung von Felix Mitterer wird das zeitlose Thema, das jeden betreffen kann, in die Jetzt-Zeit transferiert. Der Jedermann ist Generaldirektor eines Rüstungskonzerns, die Buhlschaft seine Sekretärin. Er ist auch ein verheirateter Mann, steht zwischen zwei Frauen, bis seine Gattin Suizid begeht und bei seinem Fest, das mehr und mehr zum Totentanz wird, wieder auf die Bühne tritt.

Regie führt Gerard Es. „Er ist sehr genau“, meint Eva Pötzelsberger, im Stück der Heilige Geist. Sie wurde bei einer Schnupperbühne vor drei Jahren auf die Theatertruppe aufmerksam und blieb. „Der Verein ist für mich mittlerweile wie eine zweite Familie.“

Die Vorbereitungen auf die Saison 2026 waren intensiv. Das Technik-Haus beim Tribünen-Aufgang wurde völlig erneuert. „Wir haben sicher ungefähr 600 Stunden ehrenamtlich investiert“, rechnet Bühnenbauer Franz Filzmoser.

„Ein Jedermann“ von Felix Mitterer feiert am 3. Juli (20.30 Uhr) auf der Seebühne Seeham Premiere.

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