Werbedeals verloren! Jetzt reagiert Kylian Mbappe
Mehrere Großunternehmen in China haben mit sofortiger Wirkung die Zusammenarbeit mit dem französischen Fußballstar Kylian Mbappe beendet. Unter anderem gaben die Firmen in ihren Mitteilungen an, keine Toleranz für Verhalten zu haben, das die Gefühle des chinesischen Volkes verletze. Nähere Angaben, wie sich Mbappe falsch verhalten haben soll, machten die Unternehmen allerdings nicht. Real-Madrid-Legionär Mbappe jedenfalls bat ebenso um Entschuldigung wie die spanische Liga.
Zudem kündigte ein weiterer Milchproduktfabrikant und die einflussreiche Social-Media-Plattform Xiaohongshu, quasi das chinesische Instagram, ihre Kooperationen mit Mbappe. Chinas Staatsfernsehen zeigt keine Werbung mehr mit dem Fußballer.
Mbappe hatte mit einem im südchinesischen Shenzhen ansässigen Sportgetränkehersteller und einem in China für seine Milchprodukte sehr bekannten Unternehmen aus der Inneren Mongolei Werbepartnerschaften. Unter anderem ist sein Gesicht auf den Etiketten der Getränkeflaschen abgebildet. Mbappe hat in China viele Fans und ist immer wieder in der Werbung zu sehen.
Schriftliche Entschuldigung
Stunden nach den Ankündigungen meldete sich der Superstar auf der Online-Plattform X zu Wort: „Kürzlich habe ich während eines Interviews auf ein Foto von mir selbst reagiert“, hieß es in der schriftlichen Mitteilung. Seine Bemerkung sei „taktlos“ gewesen, und er verstehe nun, die Menschen in China damit verletzt zu haben, erklärte er. „Ich entschuldige mich bei jedem, den meine Worte verärgert haben“, hieß es weiter.
Auf welches Bild oder Interview er sich bezog, ließ Mbappe offen. Auch chinesische Medien erläuterten die Entscheidung der Unternehmen zunächst nicht und verwiesen lediglich auf Interviewaussagen des 27-Jährigen. Das chinesische Sportnachrichten-Portal Dongqiudi erklärte in einer Stellungnahme, Mbappes Äußerungen nicht übersetzen zu können, da sie China und das chinesische Volk verletzten.
Online kursierten zuvor Aussagen des Ausnahmestürmers aus dem Interview eines Podcasts. Darin wurde er nach seinem Lieblings-Meme mit ihm selbst gefragt. Memes sind zum Beispiel Fotomontagen, die sich online schnell verbreiten. Als Antwort nannte Mbappe ein Meme mit einem „Typen“, von dem er glaube, dass es ein „chinesischer Diktator“ gewesen sei, auf dem sein Gesicht montiert sei. Das bringe ihn am meisten zum Lachen, sagte der Weltmeister von 2018.
Thema in China zensiert
Tatsächlich kursieren online etwaige Memes mit Mbappes Gesicht, die ursprünglich auf ein Bild des chinesischen Revolutionsführers Mao Zedong zurückgehen. Mao genießt als Mitbegründer der Volksrepublik hohes Ansehen in China. Kritische Inhalte zu Chinas politischen Führungspersönlichkeiten werden in der Volksrepublik online in der Regel scharf zensiert – so auch in diesem Fall.
Internetnutzer hätten deshalb versucht, die Kontroverse anders zu erklären, schrieb die Expertin für chinesische soziale Medien, Manya Koetse, auf der Online-Plattform X. Sie zitierte einen Beitrag, der auf die chinesischen Geldscheine verwies, um den Hintergrund zu verstehen. Chinesische Banknoten tragen das Konterfei Maos.
Kritik aus Peking, Entschuldigung aus Spanien
Chinas Außenministeriumssprecher Guo Jiakun betonte, Worte und Taten, die die Gefühle des chinesischen Volkes verletzten, würden selbstverständlich auf gemeinsamen Widerstand aus allen Teilen der chinesischen Gesellschaft stoßen.
Spaniens Fußballliga bat bei den Fans in China für die Worte Mbappes um Entschuldigung. Die Äußerungen stellten nicht die Position der Liga dar, teilte La Liga auf Weibo, Chinas Pendant zu X, mit. Spaniens Fußball habe China und die Chinesen stets zutiefst respektiert, hieß es darin weiter.