Die Volksoper Wien startet mit der flotten Uraufführung des Lindgren-Klassikers „Ronja Räubertochter“ als flottes Musiktheater in die neue Saison. Die Produktion pendelt zwischen poetisch und brachial und sorgt letztlich immerhin für gute Laune.
Es ist so etwas wie die Kinderversion von Romeo und Julia mit fröhlichem Happy End: Astrid Lindgrens Kinderbuchklassiker „Ronja Räubertochter“. Die achtjährige Ronja und der gleichaltrige Birk sind Kinder zweier verfeindeter Diebesbanden. Die unerschütterliche und kluge Freundschaft zwischen den beiden sorgt für Turbulenzen, versöhnt aber letztlich die jahrzehntelange Feindschaft der beiden Klans.
Für die Volksoper Wien haben Stephan Lack (Text) und Kyrre Kvam (Musik) den Stoff als 100-minütiges Musiktheater adaptiert, Premiere der kurzweiligen Produktion in der Regie von Ruth Brauer-Kvam war dieses Wochenende.
Die Klangwelt des „Familienstücks mit Musik“ ist eingängig, da und dort blitzen Zitate quer durch die Musikgeschichte auf, dazu gibt es Musical-Sound und nordische Klänge. Einprägsame Melodien oder charakteristischen Stil gibt es keine, doch die nicht überaus komplexe Musikdramaturgie funktioniert. Das spannendste Klangelement liefert Beatboxer Georg Haselböck, der live Naturwelten und Kampfszenen zärtlich bis humorvoll zum Klingen bringt.
Qualitätvolle gute Laune
Die Regie setzt auf viel Bewegung, Stereotype und einen Mix von poetisch und brachial. Die großflächigen Projektionen (Monika Rovan) sind minimalistisch illustrativ. Nicht zuletzt dank Hannah Severin als quirlige Ronja und Eike Onyambu als geschmeidiger Birk in den Hauptrollen verbreitet die Produktion qualitätsvoll gute Laune.