Kultur

Wien darf doch Chicago werden

Wien darf doch Chicago werden

In der Wiener Volksoper feiert das Kultmusical „Chicago“ über zwei mordende Showgirls Premiere. Wir baten Hauptdarstellerin Bettina Mönch zum Gespräch.

„Chicago“ mag ja inmitten der „Goldenen 20er-Jahre“ angesiedelt sein, ist aber immer noch brandaktuell. Es geht um Korruption, Manipulation, um die Gier nach Ruhm, die Macht der Medien – und die Faszination für True Crime.

Nachdem die Tänzerin Roxie ihren Liebhaber umgebracht hat, trifft sie im Gefängnis auf die Doppelmörderin Velma Kelly. Während es Roxie gelingt, mit ihrer Geschichte schillernde Berühmtheit zu erlangen, fühlt sich Velma um ihr Rampenlicht betrogen.

Das Abgründige macht besonders Spaß
Das Musical von Fred Ebb und Bob Fosse dreht sich durchaus um ernste Themen. „Aber sie werden satirisch, intelligent und gewitzt verpackt“, meint Bettina Mönch, die die Roxy spielt. „Meine absolute Traumrolle!“ Eigentlich sei sie auf den ersten Blick nicht sonderlich sympathisch, meint Mönch. „Sie ist eine extrem egozentrische und manipulative Figur, der Ruhm und Bewunderung über alles gehen. Dafür ist sie bereit, jede persönliche Beziehung, die Wahrheit, ja eigentlich alles zu opfern. Und auch über Leichen zu gehen. Aber gerade das Abgründige an ihr macht mir besonders Spaß“, so Bettina Mönch. „Trotz allem fiebert man mit ihr, weil sie so ein Stehaufmännchen ist, sich mit ihren lustigen Einfällen immer wieder aus der Bredouille ziehen kann und das System austrickst und für sich zu nutzen weiß. Sie ist ein echtes Früchtchen, sage ich immer.“

Nicht nur die Themen von „Chicago“ sind ihrer Meinung nach zeitlos, sondern auch die Musik von John Kander ist zeitlos. „Alle Nummern wie etwa ,All That Jazz´sind nach wie vor Hits.“

Die Neuinszenierung der Volksoperndirektorin Lotte de Beer und der mehrfach ausgezeichneten Choreografin Arielle Smith „ist auf jeden Fall anders als das, was man von Chicago vielleicht kennt und erwartet“, so Bettina Mönch. „Es ist nicht ganz so sehr eine Glitzerwelt, in Teilen etwas härter und rauer. Aber vor allem wird der ,brechtsche´ Aspekt der Geschichte, stark herausgearbeitet. Zu viel will ich allerdings gar nicht verraten.“

Nähere Informationen und Tickets gibt es hier. 

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