Politik

Wien: Männer protestierten gegen Gewalt an Frauen

Wien: Männer protestierten gegen Gewalt an Frauen

Am heutigen Freitag hat der Verein StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt zur Männerdemonstration gegen Gewalt an Frauen aufgerufen. Unter den Podiumsteilnehmern waren unter anderem der ehemalige Sozialminister Johannes Rauch und Schauspieler Cornelius Obonya.

Um 9 Uhr war der Treffpunkt bei der Wiener Staatsoper. Mehrere Männer gingen mit gebücktem Rücken langsam entlang der Einkaufsmeile zur Wiener Staatsoper, während andere Plakate mit der Aufschrift „Nie wieder Femizid“ hielten. Ein Femizid ist die Ermordung einer Frau aufgrund ihres Geschlechts. Im Durchschnitt kommt es laut StoP alle zwei Wochen zu einem Femizid in Österreich. Der Verein AÖF – Autonome Österreichische Frauenhäuser berichtet auf seiner Website über die Fälle. Demnach wurden in diesem Jahr (Stand: 14.7.2026) 15 Frauen aufgrund ihres Geschlechts ermordet, hinzu kommen 45 Fälle schwerer Gewalt.

„Immer wenn wir nichts tun, unterstützen wir auch automatisch dieses System, von dem wir als Männer profitieren“, sagte der für die Kunstperformance verantwortliche Theatermacher Stefan Ebner. Aus Sicht der StoP-Vorsitzenden Maria Rösslhumer braucht es gegen Gewalt an Frauen „Männer, die ein Zeichen setzen“. „(...) Es geht nicht darum, jeden Mann zum Täter zu erklären. Es geht darum, dass jeder Mann, der schweigt, wegschaut, sexistische Sprüche, Witze über Frauen macht, Mittäter und Teil des Problems ist. Verantwortung ist keine Option, sie ist Pflicht“, heißt es in einer Aussendung des Vereins.

Kampagne mit mehr als 100 Männern gestartet
Auf einer Pressekonferenz nach der Demonstration traten unter anderem der ehemalige Sozialminister Johannes Rauch (Grüne), der Schauspieler Cornelius Obonya und Jakob Schott vom Verein „PlayTogetherNow“ auf. Rauch hatte die bundesweite Etablierung von StoP forciert und ist das 100. Mitglied einer Männerkampagne, die im Vorjahr ins Leben gerufen wurde. Er forderte am Freitag eine „strukturelle gesetzliche Verankerung“ zur Gewaltprävention und einen „nationalen Aktionsplan, der auch mit Geld hinterlegt ist“. Zudem prangerte er aus seiner Sicht abfälliges Verhalten an und nannte als Beispiele den ehemaligen Wiener Wirtschaftskammerpräsidenten Walter Ruck sowie Ex-ORF-Generaldirektor Roland Weißmann, die beide nach Sexismus-Vorwürfen von ihren Posten zurücktraten.

Für den Schauspieler Cornelius Obonya sei auch ausschlaggebend, wie „Eltern den Sohn und den Mann erziehen und vorbereiten auf eine Gesellschaft, die natürlich männlich dominiert ist“. Es sei zudem „erschreckend, wie viele aus der Kulturbranche nichts tun.“ Auf dem Programm stand unter anderem auch eine Theaterperformance. „(...) Wir haben genug von der Betroffenheitsrhetorik nach jedem Femizid. Wir haben genug, wenn keine Konsequenzen folgen“, hieß es.

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