Zeiler: „Verdammt, das kann so nicht weitergehen“
Die SPÖ entschied sich gegen ihn als Chef, nun startet Gerhard Zeiler eine neue Offensive. Der Medienmanager gründet ein Politik-Institut in Wien. Was er damit vorhat, wie er es finanziert und was er der Sozialdemokratie ausrichten will.
Was man über Gerhard Zeiler sagen kann: Er versteckt sich nicht. Im Wiener Café Landtmann, der lokalpolitischen Auslage des Landes, präsentierte der 71-Jährige Dienstagfrüh seine akuten Zukunftspläne. Vor vier Wochen hatte er in der „Krone“ seine Ambitionen verkündet, neuer Vorsitzender der SPÖ zu werden und damit Nachfolger von Andreas Babler. „Ich glaube, dass ich die richtige Person bin, um die Partei aus diesem historischen Tief herauszuführen“, sagte er. Die SPÖ entschied anders.
Nach Tagen der Schockstarre und wenig Unterstützung für den Manager, der in den vergangenen Jahren das Auslandsgeschäft des US-Medienriesen Warner Bros. geleitet hatte, berief die SPÖ eine Krisensitzung ein. Dort wurde beschlossen, dass Finanzminister Markus Marterbauer ab Jahresbeginn 2027 Vizekanzler und vielleicht ab März auch Parteichef werden soll. Zeiler akzeptierte das.
Er wünsche Marterbauer „wirklich aus ganzem Herzen vollen Erfolg“, das Kapitel SPÖ-Chef ist für ihn abgeschlossen. In den Ruhestand geht Zeiler deshalb nicht. Im Gegenteil. Der frühere Chef von ORF und RTL gründet nun das „Institut 2035“ in Wien. Der Name ist nicht ganz Zufall. 2035 wird Zeiler 80 Jahre alt. Ein Zeitpunkt, zu dem er sich das mit dem Ruhestand vielleicht noch einmal überlegt.