„Die Politik soll dazu beitragen, dass die Menschen in Österreich zukunftsfroh sein können.“ Grundsätzlich richtig, was Bundeskanzler Christian Stocker da am Mittwoch von sich gab. Er münzte es auf die neue Spritpreisbremse, die pro Liter Treibstoff 12 Cent Entlastung bringen soll.
„Zukunftsfroh“: Macht uns ein etwas billigerer Tank wirklich froh? Wer 50 Liter tankt, erspart sich damit also sechs Euro. Zahlt aber bei Diesel noch immer grob gerechnet etwa 30 Euro mehr als noch im Jänner und Februar vor dem Beginn des Iran-Krieges.
Man darf also ein wenig daran zweifeln, dass die Regierung, dass der Kanzler die Österreicher mit dieser Spritpreisbremse wirklich „zukunftsfroh“ macht. Aber etwas Erleichterung wird uns immerhin beschert.
Gar nicht erleichtert zeigt man sich hingegen im Wirtschaftsbund, einer mächtigen Teilorganisation der ÖVP, über die Gestaltung der Spritpreisbremse. Denn dass dabei in die Margen der Ölkonzerne eingegriffen wird, hält man dort für „völlig inakzeptabel“. Gleichzeitig malt man im ÖVP-Wirtschaftsflügel, der mit aller Macht gegen die Koalitionseinigung zum Klimagesetz ankämpft, den Spritpreisteufel an die Wand: Treibstoff würde damit in ein paar Jahren um einen Euro teurer werden, wird lauthals gewarnt.
Nein, zukunftsfroh kann man in Österreich wirklich nicht sein. Schon gar nicht kann es Christian Stocker sein. Er muss vor allem dafür sorgen, seine eigene Partei „zukunftsfroh“ zu machen. Ein besonders aussichtsloses Unterfangen!