Um Ältere im Berufsleben zu halten, wollen die Pinken eine neue Regelung bei der Einstufung, wer noch als arbeitsfähig gilt und wer nicht. Dem roten „Bonus-Malus-System“ für Firmen, die viele oder wenige Mitarbeiter über 50 Jahren haben, erteilt die Regierungspartei eine klare Absage.
Wer mit über 50 den Job verliert, findet oft nur schwer zurück ins Berufsleben. Um dem entgegenzuwirken, schlug die SPÖ in der Vergangenheit ein „Bonus-Malus-System“, also Belohnung bei vielen und Bestrafung bei wenigen älteren Mitarbeitern für Unternehmen, vor. Am Montag wollen Arbeiterkammer und der Gewerkschafterbund (ÖGB) erneut einen Anlauf für dieses Modell starten. Aber schon im Vorhinein gibt es von den NEOS eine klare Absage dazu.
Denn die sehen das Problem weniger bei den Unternehmen, sondern vielmehr im Gesundheitszustand der älteren Generation. 41 Prozent der arbeitslosen über 50-Jährigen haben laut den Pinken gesundheitliche Einschränkungen, bei den 55-Jährigen seien es sogar 45 Prozent. „Strafzahlungen heilen keinen kaputten Rücken, schaffen keine Qualifikationen und bringen niemanden zurück in Beschäftigung“, so NEOS-Sozialsprecher Johannes Gasser, der als Gegenvorschlag die im Regierungsprogramm vereinbarte Teilarbeitsfähigkeit ins Spiel bringt.
Wer gilt dann noch als arbeitsunfähig?
Wer nach Jahrzehnten in einem körperlich anstrengenden Beruf nicht mehr Vollzeit arbeiten kann, soll mit reduzierter Arbeitszeit und einem finanziellen Zuschuss im Job bleiben können. „Bisher war unser System sehr auf Schwarz-Weiß-Denken ausgelegt: Entweder du bist voll arbeitsfähig oder gar nicht. Dabei gibt es genug Schattierungen dazwischen“, sagt Gasser. Damit das gelingt, brauche es auch frühzeitige Umschulungen, gezielte Hilfe beim Wiedereinstieg und eine Reform des Rehageldes. Die Forderung nach Strafzahlungen an Unternehmen sei für ihn eine „Kindesweglegung“.