Strafrechtsexperte Robert Kert erörtert mögliche Folgen der unüblichen Entscheidung, sein Kollege Wolfgang Brandstetter nennt das System des elektronisch überwachten Hausarrests generell „antiquiert“. Worin sich beide einig sind: Die Justiz betritt im Fall des Milliarden-Pleitiers Neuland.
Die Diskussion um die Bewilligung der Fußfessel für Österreichs wohl bekanntesten Untersuchungshäftling René Benko reißt nicht ab. Der 49-jährige Milliarden-Pleitier sitzt seit Donnerstag nicht mehr im Innsbrucker Ziegelstadl ein, sondern bewohnt eine Wohnung in einem schicken Innsbrucker Stadtteil. Die Entscheidung wurde kurz vor dem Betrugsprozess gegen Benko getroffen, der ab 4. November im LG Innsbruck steigt – unter dem Vorsitz jenes Richters, der grünes Licht für den elektronisch überwachten Hausarrest gegeben hat.