Der Wahlsieg des Demokraten James Talarico im US-Bundesstaat Texas hat den künftigen Senator auch in Brasilien zum Internetphänomen gemacht. Der Grund ist sein Nachname und dessen Bedeutung im südamerikanischen Land.
„Talarico“ bezeichnet im brasilianischen Sprachgebrauch einen Mann, der sich an die Partnerin eines Freundes heranmacht. Brasilianische Internetnutzer griffen eine alte Geschichte nach dem Wahlsieg des 37-jährigen Texaners wieder auf und verbreiteten erneut Witze über den Namen des Politikers. Schon im November 2020 hatte der damalige Abgeordnete des texanischen Parlaments bemerkt, dass zahlreiche Brasilianer ihn auf der Plattform X – damals Twitter – erwähnten. Nachdem er die Bedeutung seines Nachnamens herausgefunden hatte, nahm er die Scherze mit Humor. „Hallo, Brasilien! Ich mache hier in Texas nur gute Politik – ich verspreche, dass ich dir nicht deine Freundin ausspanne“, schrieb er damals.
Auch Logo sorgt für Witze
Doch nicht nur sein Nachname liefert derzeit Stoff für brasilianische Internetwitze. Auch das Logo der Organisation Progress Texas sorgt für Aufmerksamkeit: Es zeigt die Buchstaben „PT“ in einem weißen Stern auf blauem Grund und erinnert damit an die linke brasilianische Arbeiterpartei Partido dos Trabalhadores (PT) von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, deren Logo aus den roten Buchstaben PT und einem weißen Stern auf rotem Grund besteht. Internetnutzer scherzten deshalb über einen vermeintlichen Ableger der linken Partei in den USA.
Tatsächlich handelt es sich bei Progress Texas um eine unabhängige progressive Organisation, die unter anderem demokratische Kandidaten wie Talarico unterstützt. Eine Verbindung zur brasilianischen PT besteht nicht.
Musks „Weltraum-Laser“ hat nicht funktioniert
In Texas wurde Talarico zum ersten demokratischen Senator seit fast 40 Jahren. Der 37-Jährige gewann gegen den skandalbehafteten Republikaner Ken Paxton. Tech-Milliardär Elon Musk hatte in Paxtons Wahlkampf mehr als 150 Millionen Dollar (rund 134 Mio. Euro) gepumpt – und die Republikaner insgesamt mit mehr als 440 Millionen Dollar unterstützt. Auf die krachende Niederlage der Trump-Partei reagierte Musk mit einem Scherz: „Ich schätze, meine Weltraum-Laser zur Wahlbeeinflussung haben diesmal nicht funktioniert.“