Bolsonaro-Sohn muss sich Druck der Justiz beugen
Die brasilianische Politikerfamilie Bolsonaro kommt nicht aus den Schlagzeilen. Der Oberste Gerichtshof Brasiliens hat den früheren Abgeordneten Eduardo Bolsonaro am Dienstag zu vier Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt.
Der in den USA lebende Sohn des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro soll im vergangenen Jahr versucht haben, die US-Regierung zu einer Einflussnahme auf das Putschverfahren gegen seinen Vater zu bewegen. Bei einer Rückkehr in sein Heimatland droht ihm die Festnahme.
Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, US-Behörden zu Sanktionen gegen brasilianische Richter und Zöllen gedrängt zu haben, um den Fall seines Vaters zu beeinflussen.
Politische Intrige vermutet
Eduardo Bolsonaro erklärte, er sei nicht ordnungsgemäß über das Verfahren informiert worden; in Wahrheit gehe es darum, ihn politisch auszuschalten.
Bruder kandidiert für die Präsidentschaftswahl
Zuletzt hatte Eduardo Bolsonaro sich hinter die Präsidentschaftskandidatur seines Bruders Flavio gestellt, der Umfragen zufolge bei der Wahl im Oktober der stärkste Herausforderer des amtierenden Staatschefs Luiz Inacio Lula da Silva ist.
Vater im Hausarrest
Sein Vater Jair Bolsonaro steht wegen der Planung eines Staatsstreichs nach der verlorenen Wahl 2022 derzeit unter Hausarrest. Außerdem muss er vor Gericht erklären, weshalb er im Besitz einer Schusswaffe war. Er war im September wegen eines geplanten Umsturzes zu 27 Jahren Gefängnis verurteilt worden.