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Budget-Kürzungen: Politik will Unis einsparen

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Nach den angekündigten Kürzungen bei den Unibudgets denkt die Politik laut über eine Reduktion der Universitäten und Hochschulen nach. Davon gibt es in Österreich nämlich viel zu viele. „Wir müssen die international große Anzahl von 77 Einrichtungen und 3600 Studien kritisch hinterfragen“, sagt NEOS-Wissenschaftssprecherin Martina Künsberg Sarre.

In Österreich gibt es relativ zu Bevölkerung und Studierenden doppelt so viele Hochschulen wie im Durchschnitt typischer europäischer Vergleichsländer, dazu kommen zahlreiche außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. 
Die Zersplitterung ist laut dem Wifo-Experten Jürgen Janger in den letzten 20 Jahren deutlich gestiegen, im Gegensatz zu vielen europäischen Ländern wie Dänemark, Finnland, Frankreich oder Norwegen, die sich konsolidiert hätten.

„Der österreichische Standort wird in Zukunft nur attraktiv sein und mithalten können, wenn wir gut aufgestellt sind und die vorhandenen Mittel gut einsetzen. Es geht um strategische Profilbildung. Es muss nicht jede Hochschule alles machen. Wir brauchen eine mutige Diskussion ohne Tabus und ideologische Scheuklappen“, sagt Künsberg Sarre zur „Krone“. „Angesichts rasanter Veränderungen in Gesellschaft, Technologie, Wirtschaft und begrenzter budgetärer Mittel müssen wir uns endlich den wichtigen Fragen stellen. Welche Hochschulen braucht Österreich im Jahr 2040?“

Experten empfehlen Reduktion der Unis
Eine Konsolidierung der österreichischen Hochschullandschaft empfehlen auch internationale Experten. Österreichs Hoch- und Fachschulen würden oftmals miteinander konkurrieren, statt kooperieren. „Strategisch gesehen könnte es sinnvoll sein, dem Beispiel anderer europäischer Länder zu folgen und die insgesamt relativ hohe Anzahl an Hochschulen zu reduzieren“, heißt es in einem Expertenbericht an das Wissenschaftsministerium. Empfohlen werden für staatliche Universitäten auch „kontextbezogene Auswahl- und Zulassungsverfahren“.

Finanzminister Markus Marternauer sieht ebenfalls „Ineffizienzen“. „Wir müssen Schwerpunkte setzen und innerhalb der Unis für mehr Gerechtigkeit sorgen.“ Einerseits gebe es den sogenannten Mittelbau, der jahrelang mit Kettenverträgen abgespeist werde und auf der anderen Seite die Rektoren, die zum Teil 400.000 Euro pro Jahr verdienen. „Das passt einfach nicht zusammen. Wir brauchen hier mehr Effizienz und müssen darauf schauen, dass man mit den öffentlichen Mitteln sparsam umgeht“, so der Finanzminister.

Seit 2018 ist das Universitätsbudget nominell um 64 Prozent angehoben worden, während das BIP nur um 34 Prozent stieg. Inflationsbereinigt betrug der Zuwachs 25 Prozent (BIP fünf Prozent). In der Grundlagenforschung betrug dieser Zuwachs im selben Zeitraum sogar fast 40 Prozent. 

„Dieser Anstieg hat aber auch erhebliche Ineffizienzen mit sich gebracht – fehlende Schwerpunktsetzung und völlig unverständliche Auswüchse an der Spitze der Gehaltspyramide der Universitäten“, so Marterbauer in seiner Budgetrede. In einem Hintergrundgespräch zum Budget sprach er wörtlich sogar von „Fantasiegehältern“.

Der Forschungsrat empfiehlt klar: Kein „Weiter-wie-bisher“. Er fordert Schwerpunktsetzung, Exzellenzinitiativen und die kompetitive Vergabe öffentlicher Mittel.

Im Wissenschaftsressort verweist man auf den aktuell laufenden Dialog zu Hochschulstrategie 2040, der momentan von der Rektorenkonferenz aus Protest gegen die Budgetkürzungen blockiert wird. ÖVP-Wissenschaftssprecher Rudolf Taschner will dort alle Fragen, auch jene einer Uni-Reduktion, offen diskutieren, wie er im Gespräch mit der „Krone“ sagt.

Regierung hat kein Verständnis für Proteste
Für die Proteste auf den Unis hat Taschner kein Verständnis. „5,2 Milliarden Euro ist nicht wenig Geld. Man muss innerhalb der Universitäten eine Art Konsolidierung versuchen, das einzusehen ist auch notwendig.“ Taschner möchte „bereinigen und verschiedene Dinge, die wir uns vielleicht auch übertrieben geleistet haben, infrage stellen“.