„Sorry, du hast ja keine Ahnung!“, fauchte Olivier ins Telefon. Eine hitzige Diskussion auf dem Weg in die Redaktion – die ewige Frage: Wer ist der größte Formel-1-Champion aller Zeiten? Für den steirischen Jugendfreund, quasi direkt an der Rennstrecke in Spielberg aufgewachsen, gibt es nur eine Antwort: „Max Verstappen. Der ist genauso gut und schnell wie Ayrton Senna. Eins mit dem Auto, top im Regen. Er hat ein unschlagbares Paket.“
Jede Ära feierte ihre Helden, vergleichen kann man die Epochen kaum. In den 70ern diktierten Draufgänger wie Niki Lauda, James Hunt oder Jackie Stewart, in den 80ern zähmten Alain Prost, Senna oder Nelson Piquet die kaum zu bändigenden Turbo-Monster, in den 90ern leitete Michael Schumacher ein neues technisches Zeitalter ein, in den 2010er-Jahren dominierten Lewis Hamilton und Sebastian Vettel das Geschehen – das aktuelle Jahrzehnt gehört mit vier WM-Trophäen Verstappen.
Der 29-Jährige jubelt mit Red Bull über eine sportliche Wiederauferstehung. Nach Updates in Baku ist der neue „RB22“ viel berechenbarer. Max hatte in Malaysia danach den ersten Saisonsieg geholt, in Singapur mit der „Pole“, dem Sprint und dem Grand Prix das Triple geschafft.
Der rot-weiß-rote Rennstall meldet sich im Konzert der Großen zurück und macht vor allem eine Kampfansage für 2027. Damit atmen auch die heimischen Formel-1-Macher auf. Weil in Spielberg niemand mehr Tickets verkauft als ein Verstappen, der um den Titel fährt.