Nein, es ist wohl nicht der Sommer des Christian Stocker: Außer bei der Besetzung der ORF-Spitze hat er sich entweder nur mit dicken Abstrichen oder gleich gar nicht durchgesetzt. Die Umfragewerte für die Kanzlerpartei fallen weiter.
All das scheint an den Nerven Stockers zu zerren. Das Buddha-Image des bedächtigen, ruhigen und reflektierten Anwalts mit reicher Lebenserfahrung bekommt bedenkliche Risse.
Und so entfleuchen ihm bei seiner als große Kanzler-Offensive angelegten Sommertour durch die Bundesländer – die, wie heftig kritisiert wird, die Steuerzahler finanzieren müssen – Aussagen, die ihn wie ein Fluch verfolgen werden.
So waren von ihm in dieser Woche bei seiner Tour-Station in Salzburg ausgerechnet an einem Extremhitze-Tag nicht nur Meldungen zu hören, die von Klimaleugnern stammen könnten, sondern vor allem der unglückselige „Kinder sind keine Arbeit“-Sager, für den er sich nach einem Proteststurm aus allen politischen Windrichtungen entschuldigen musste.
Man kann sich vorstellen, dass Stocker längst bereut, sich auf die anstrengende und sichtlich riskante Sommertour einzulassen, während sein Vize Andreas Babler weitgehend untergetaucht bleibt.
Und der Möchtegern-Volkskanzler? Kickls Sommertour geht in die Berge statt unters Volk. Schadet ihm aber auch nicht.
Einen schönen Sonntag mit Ihrer „Krone“!