Nach erneut heftiger Kritik von Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil in Richtung Bundes-SPÖ und Parteichef Andreas Babler bleibt man bei den Genossen in Oberösterreich still. Die „Krone“ erreichte Oberösterreichs Parteichef Martin Winkler im Urlaub und fragte ihn, was er von den Zuständen in „seiner“ Partei hält.
Der Zustand der SPÖ sei jämmerlich, der Kurs der Partei gehe an den Menschen vorbei – nicht mit Kritik gespart hat Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil in einem Interview mit dem ORF. Er legte Bundesparteichef Andreas Babler indirekt sogar dessen Rücktritt nahe. Auch Kärntens Landeshauptmann Daniel Fellner teilt aus, meint etwa, dass diese Art von Sozialdemokratie nicht mehr bei den Menschen ankomme. Nur in Oberösterreich ist es still, gibt es von keinem einzigen Politiker kritische Worte in Richtung Bund. Und das, obwohl im nächsten Jahr die Landtagswahl ansteht.
„Internen Diskurs führen wir intern“
Die „Krone“ erreichte Oberösterreichs Parteichef Martin Winkler im Urlaub. Dieser reagierte hörbar genervt: „Ich wusste gar nicht, dass der Landeshauptmann von Oberösterreich Hans Peter Doskozil heißt.“ Warum er sich nicht zur schlechten Lage der Bundespartei – laut Umfragen liegt man nur noch bei etwa 16 Prozent – äußert und sich von allen Problemen außerhalb von OÖ abgrenzt? „Ich konzentriere mich auf Oberösterreich und darauf, was ich hier besser machen kann. Internen Diskurs führen wir intern.“ Und weiter: „Diesen öffentlich zu führen, ist nicht mein Stil und wird es auch nicht werden.“
Keine Auswirkungen befürchtet
Die Stimmung in der Landespartei sei sehr gut, man habe alle Streitereien ausgeräumt und neuen Schwung: „Wir werden diese Wahl ins Ziel bringen und wir werden deutlich zulegen.“ Ob die schlechten Werte der Bundespartei Auswirkungen auf „sein“ Ergebnis haben könnten? „Das hatte in Oberösterreich noch nie Auswirkungen und wird auch in Zukunft keine haben“, ist er sich sicher.
„Das hatte in Oberösterreich noch nie Auswirkungen“ – eine gewagte These von Martin Winkler. Die Vergangenheit zeigt anderes. Nach Knittelfeld 2002 stürzte die FPÖ bei der Nationalratswahl von 26,9 auf 10 Prozent ab. In Oberösterreich fiel sie bei der nächsten Landtagswahl von 20,6 auf 8,4 Prozent. Noch deutlicher Ibiza: Nach dem Absturz der FPÖ im Bund von 26 auf 16,2 Prozent verlor sie kurz darauf auch in Vorarlberg fast zehn Prozentpunkte.
Natürlich zählt Landespolitik. Aber die Vergangenheit zeigt, dass man sich nie ganz abkoppeln kann. Ob Winkler „deutlich zulegen“ wird, sehen wir bei der Landtagswahl 2027.