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Das verspricht der neue ORF-Chef dem Publikum

Das verspricht der neue ORF-Chef dem Publikum

Die Schlacht um den Küniglberg ist geschlagen – und es war eine schmutzige. Am Ende konnte sich Clemens Pig gegen acht Konkurrenten durchsetzen. Noch in der Nacht hielt er seine erste Pressekonferenz ab und versprach: „Ein neuer Morgen für den ORF bricht an.“

Ex-APA-Chef Clemens Pig wird der neue Generaldirektor des ORF. Er wurde vom ORF-Stiftungsrat nach einer ganztägigen Sitzung – die Sie im Ticker nachlesen können – gewählt und tritt sein Amt 2027 an. Bis dahin „regiert“ noch Ingrid Thurnher, die wohl genau wusste, warum sie sich nicht für den Posten beworben hat. Denn schon viele Wochen vorher war klar, dass Pig der Wunschkandidat von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) war. Es war also weniger eine ORF-Wahl als vielmehr eine Polit-Show, bei der der Sieger von Beginn an feststand. Schließlich war auf den Stimmzetteln ersichtlich, wer wen gewählt hatte ...

Nach dem Ende der Sitzung spätnachts trat Pig noch für seine erste Pressekonferenz vor die Medien. Er skizziert kurz, welche Ziele er als neuer Generaldirektor verfolgt: „Ich freue mich riesig auf diese Aufgabe, es ist eine Ehre. Die Herausforderungen sind groß, vielfältig und gleichzeitig. Ich werde noch heute in Abstimmung mit Ingrid Thurnher beginnen, die dringenden Aufgaben zu übernehmen.“

Kein Geld, aber neue Angebote
Die da seien: „Es ist eine Finanzierungskrise anzugehen, das ist das dringendste und härteste Thema. Genauso wie die Digitalisierung – hier muss sich der ORF weiterentwickeln, etwa beim Streaming. Wir brauchen neue Angebote für junge Menschen. Das wird der ORF von morgen.“ Er stellt aber für die vielen Kritiker auch gleich klar: „Die Haushaltsabgabe ist gekommen, um zu bleiben.“

Wie er das Vertrauen des Publikums in den ORF zurückgewinnen will? Schließlich wurde der Öffentlich-Rechtliche in den letzten Wochen und Monaten von Skandalen gebeutelt, gerade die Affäre Weißmann bleibt vielen Gebührenzahlern garantiert noch länger im Gedächtnis: „Es sind schwere Zeiten. Ich will das Vertrauen des gesamten Hauses gewinnen. Das gelingt durch gute Entscheidungen und Kommunikation sowie Glaubwürdigkeit. Das muss man sich erarbeiten, diesen Weg muss ich gehen.“

ORF-Stiftungsratsvorsitzende Heinz Lederer und Gregor Schütze streuten Pig Rosen: „Wir haben 15 Stunden intensiv über jedes Konzept diskutiert, die Entscheidung für Clemens Pig ist klar und gut. Er hat überzeugt.“

Wie geht es weiter? Clemens Pig hat noch bis Ende des Jahres „Schonzeit“, solange bleibt Ingrid Thurnher im Amt. Dann liegt es an Pig, zusätzliche 90 Millionen Euro einzusparen, was diese Woche fixiert wurde. Und nicht zuletzt den Ruf des ORF wieder herzustellen – eine noch viel schwierigere Aufgabe nach dem Chaos der letzten Monate. Der Kanzler-Wunschkandidat wird nach seinen Taten gemessen.

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