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Die geheimen Tunnel der Terroristenmiliz Hisbollah

Die geheimen Tunnel der Terroristenmiliz Hisbollah

Lokalaugenschein für die „Krone“ in einem Dorf im Südlibanon nur rund sieben Kilometer von der israelischen Grenze entfernt: Mit Drohnen können von dort die Städte Tel Aviv, Haifa und Jerusalem getroffen werden.

Majdal Zoun im Südlibanon, nur sieben Kilometer von der israelischen Grenze entfernt: Tief versteckt unter dem scheinbar gewöhnlichen Dorf hat die israelische Armee (IDF) eine der größten unterirdischen Anlagen der schiitischen Terrormiliz Hisbollah entdeckt. Als die Soldaten der „Krone“ das weitverzweigte Tunnelsystem zeigen, wird das Ausmaß sichtbar: Mehr als 50 Kampfdrohnen sollen dort gelagert worden sein – so viele wie in keiner anderen unterirdischen Hisbollah-Anlage, die die IDF seit Beginn des Krieges aufgespürt hat.

Besonders brisant: Mitten im Dorf stießen die Soldaten laut IDF auf eine regelrechte „Terror-Hochburg“ mit Abschussrampen für Drohnen. Von hier aus könnten nach Angaben der Armee auch die größten Städte Israels erreicht werden – Tel Aviv, Haifa und Jerusalem.

Immer wieder scheitern Waffenruhen zwischen der Hisbollah und Israel, weil die Hisbollah Drohnenangriffe auf Israel durchführt. „Die Hisbollah hat vermutlich zehn Jahre gebraucht, um diesen Tunnel zu bauen. Es handelt sich um eine iranische Anlage mit Kampfdrohnen“, sagte ein israelischer Sprecher.

Acht Tonnen Minen und Sprengstoff
Vor einer Woche tötete die israelische Armee in dem Dorf acht Hisbollah-Kämpfer. In der Folge fanden die Soldaten in einem Raum des unterirdischen Komplexes acht Tonnen Minen und Sprengstoff. Am Ende eines Tunnelabschnitts steht ein zerstörter Gabelstapler – ein stummes Zeugnis der heftigen Kämpfe. „Der Tunnel ist 200 Meter lang und 25 Meter tief“, so eine Armeesprecherin. Bis Sonntag wurde die gesamte Anlage gesprengt.

Die Lage in den von der Hisbollah kontrollierten Dörfern des Südlibanon bleibt aber gefährlich. Die Kämpfe werden von Haus zu Haus geführt. Die Hisbollah benutzt Krankenhäuser, Wohnhäuser, Moscheen und Schulen, um Waffen zu lagern und Angriffe vorzubereiten, erklärt die israelische Armee. Eine Moschee befindet sich nur rund 20 Meter von dem mittlerweile zerstörten Tunneleingang entfernt.

Häuser vollgepackt mit Bomben und Munition
„In einem zivilen Gebäude befand sich ein Terrorist mit einem Raketenwerfer auf der Schulter, und die meisten Häuser sind mit Waffen, Munition und Bomben vollgepackt“, sagte ein Militärsprecher. Die Nutzung ziviler Einrichtungen für militärische Zwecke gilt nach internationalem Recht als Kriegsverbrechen. Doch die Miliz genieße weiterhin „große Unterstützung“ unter der schiitischen Bevölkerung, erklärte ein Militärvertreter.

Vor dem Krieg, den die Hisbollah gemeinsam mit der Hamas-Terrorbewegung im Oktober 2023 gegen Israel begonnen habe, hätten rund 2000 Menschen in Majdal Zoun gelebt. Jetzt steht das Dorf seit fast zwei Wochen unter israelischer Kontrolle.

Während heftiger Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah war die „Krone“ gemeinsam mit der israelischen Armee im Kampfgebiet unterwegs – zusammen mit einer kleinen Gruppe ausländischer Reporter.

Auf dem Weg nach Majdal Zoun passierte der Militärkonvoi das weitläufige Hauptquartier der UNIFIL im Küstenort Naqoura. Rund 10.000 Soldaten und zivile Mitarbeiter aus 40 Nationen stehen dort im Einsatz – auch 170 Soldaten aus Österreich. Die UNO-Truppe soll den Waffenstillstand überwachen und die libanesische Armee bei der Umsetzung der Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrats, also unter anderem die Entwaffnung der Hisbollah, unterstützen. Funktioniert hat das bis heute leider nicht.

Fast zwei Jahrzehnte hatte die israelische Armee den Südlibanon besetzt, als der damalige Premierminister und ehemalige General Ehud Barak im Jahr 2000 den vollständigen Rückzug befahl. Bis heute verteidigt er diesen Schritt und warnt davor, dass ein militärischer Sieg gegen die von dort operierende schiitische Terrormiliz Hisbollah eine Illusion sei.

Dennoch sitzt die israelische Armee heute wieder tief im südlichen Libanon, hat Dörfer und auch eine frühere Kreuzritterburg besetzt und eine Art Sicherheitszone errichtet. Denn seit dem Angriff der USA und Israels auf die Schiitenmacht Iran beschießt die mit Teheran verbündete Hisbollah von dort aus wieder den Norden Israels. So wie sie das auch im Gefolge des Terrorangriffs der palästinensischen Hamas aus dem Gazastreifen auf Israel am 7. Oktober 2023 getan hat. Schon seit damals sind ganze Ortschaften nahe der libanesischen Grenze eigentlich unbewohnbar.

Nach zahlreichen spektakulären israelischen Erfolgen ist die Hisbollah extrem geschwächt – aber eben nicht besiegt. Und es ist tatsächlich schwer vorstellbar, wie das gelingen soll. Voraussetzung dafür wäre wohl ein Sturz des Mullah-Regimes im Iran, an dessen finanziellem und militärischem Tropf die Terrororganisation hängt.

Im Libanon, in dem nur 27 Prozent Schiiten sind, wäre die große Mehrheit der Bevölkerung froh über einen Sturz der Hisbollah, hat gleichzeitig aber Angst vor einem Bürgerkrieg. Die Hisbollah hält das Land in Geiselhaft ...

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