Kultur

Eine junge Stimme gegen das Vergessen im Nest

Eine junge Stimme gegen das Vergessen im Nest

Das Nest, die Spielstätte für junges Musiktheater der Wiener Staatsoper am Karlsplatz, zeigt ab Freitag das Tagebuch der Anne Frank als „Graphic Opera“. 

Anne Frank erhielt ihr weltberühmtes Tagebuch zu ihrem 13. Geburtstag, verfasste noch am 12. Juni 1942 den ersten Eintrag. Zwei Jahre sollte das jüdische Mädchen darin ihr Leben festhalten, versteckt in einem Hinterhaus in Amsterdam, bis sie 1944 entdeckt und deportiert wurde.

Eindringliches Zeitzeugnis
Das Tagebuch endet zu diesem Zeitpunkt und ist heute einer der eindringlichsten Zeitzeugenberichte des Holocaust: Anne schildert nicht nur Verfolgung und Angst, sondern auch Sehnsüchte und Hoffnungen des Erwachsenwerdens.

Der russische Komponist Grigori Frid hat das Tagebuch 1969 zu einem Monodram verarbeitet, einer Oper für eine einzelne Sängerin. Für das Nest, die junge Spielstätte der Wiener Staatsoper, hat Regisseur David Bösch aus diesem persönlichen Porträt in 21 Episoden eine sogenannte „Graphic Opera“ entwickelt, eine Mischung aus Live-Spiel, Film, Animationen und Projektionen. Er zeigt Anne Frank dabei weniger als historische Ikone, sondern als junge Frau mit Träumen, Ängsten und Zukunftsplänen.

Workshops für Jugendliche
Premiere der Übernahme aus der Hamburgischen Staatsoper ist heute. Die Produktion ist für Jugendliche ab 14 Jahren empfohlen. Die Staatsoper bietet vor einzelnen Vorstellungen auch Workshops für die jungen Besucher an. 

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