Kultur

Farbenfroher Albtraum trifft den Nerv der Zeit

Farbenfroher Albtraum trifft den Nerv der Zeit

Traumwelten oder gesellschaftliche Abgründe? Katrin Plavčak zeigt im Linzer Kunstmuseum Lentos eine große Werkschau. Die steirische Künstlerin hat hier ihre erste große Museumsausstellung.

Bunte Bilder, harte Wahrheiten: Katrin Plavčak malt einen wilden Trip durch die „Surrealitäten“ unserer Zeit.

Die aus der Steiermark stammende und in Wien bei Wolfgang Hollegha ausgebildete Malerin lockt mit einer fast kindlich-naiven Bildsprache zwischen Popkultur und surrealen Fantasiewesen.

Das Tagesgeschehen wird aufgemalt
Wer nähertritt, entdeckt jedoch hochbrisante Themen: Ein grün verfremdetes Nawalny-Porträt erinnert an Giftanschläge auf russische Oppositionelle, die raumgreifende Textilinstallation „Ocean“ mit einem überfüllten Flüchtlingsboot verweist auf aktuelle Migrationsfragen. Dazwischen tauchen Popikonen und Politiker auf: Donald Trump mit dem Finger am Abzug, Wladimir Putin als Protagonist ungelöster Weltkonflikte oder der Fernseh-Außerirdische Alf als „Legal Alien“ im All.

Eigens für das Lentos entstand das 360-Grad-Panorama „Die Zahl der Toten“ über Krieg und digitale Überwachung sowie das Werk „Flooding the Zone with Shit“. Darin attackiert Plavčak die Flut aus Desinformation und Dauerempörung durch Social Media, die Menschen orientierungslos macht und demokratische Prozesse gefährdet.

Fazit: Im Surrealen schafft sie einen Raum, in dem sich bedrohliche Entwicklungen angstfrei reflektieren lassen. Hoffnung statt Ohnmacht. Eine sehenswerte Ausstellung, die bis 10. Jänner 2027 zu sehen ist!

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