Kultur

Gedenkfeier und Ausstellung: Zeichen des Erinnerns

Gedenkfeier und Ausstellung: Zeichen des Erinnerns

Schloss Hartheim, in Alkoven Oberösterreich, lädt zur jährlichen Gedenkfeier ein. Im Mittelpunkt stehen das Erinnern an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen, besonders an die Opfer der NS-Euthanasie. Die Gedenkfeier beginnt am Donnerstag, 1. Oktober, um 17 Uhr. Zuvor wird eine neue Ausstellung eröffnet.

„Die Nationalsozialisten wollten den Namen und die Person auslöschen, und das will ich nicht geschehen lassen“, sagt Ulrike Wieser. Die gebürtige Tirolerin präsentiert im Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim die Installation „Eingestickt“, die in Zusammenarbeit mit der Historikerin Melanie Dejnega und dem Haus der Geschichte Österreich entwickelt worden ist.

Begonnen hat alles mit einem Foto
„Ich habe ein Porträt von meiner Großcousine Elfi Schlager gefunden, die als elfjähriges Kind in Hartheim ermordet worden ist. Das war lange ein Familiengeheimnis, doch nun will ich es aufarbeiten.“ Auf das Foto hat sie eine Blume gestickt.

Ein totgeschwiegenes Verbrechen
Insgesamt 67 Menschen sind 1940 aus dem St. Josef-Institut in Mils/Tirol in die NS-Tötungsanstalt Hartheim gebracht und dort ermordet worden. „In der Schule haben wir davon nie gehört“, bedauert Wieser das Verschweigen dieser Schicksale. Sie hat alle Namen ausgeforscht und auf Porträts oder Fotografien der Herkunftsorte der Opfer Namen und Blumen gestickt.

Ausstellung und große Gedenkfeier
Das Projekt wird am Donnerstag, 1. Oktober, um 16 Uhr im Schloss Hartheim präsentiert. Um 17 Uhr beginnt die Gedenkfeier am Friedhofsgelände. Begrüßungsworten folgen Reden von Landeshauptmann Thomas Stelzer und Christine Haiden vom OÖ Presseclub. Gebete und Kranzniederlegung bekräftigen das Gedenken, zu dem Ehrengäste, Angehörige und Nachkommen von Opfern, sowie Vertreterinnen und Vertreter aus zahlreichen Ländern erwartet werden. 

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