Nach der Festnahme eines mutmaßlichen Hamas-Mitglieds in Griechenland schrillen im EU-Land die Alarmglocken. Der Minister für Bürgerschutz spricht von einem möglichen „Strategiewechsel“ der palästinensischen Terrororganisation und warnt vor Anschlägen in Europa.
Die Hamas habe bisher keine Anschläge außerhalb Israels durchgeführt. Der am Wochenende auf Kreta festgenommene Palästinenser sei aber in Malaysia „für terroristische Gewaltakte in Europa ausgebildet“ worden. Dies deute auf eine „gefährliche strategische Neuorientierung und eine große Bedrohung“ hin, warnte Michalis Chrysochoidis am Dienstag in einem TV-Interview. Die Hamas wolle möglicherweise in europäischen Ländern für Aufsehen sorgen.
„Diese Menschen wollen Europa treffen, weil sie ihr Problem exportieren wollen.“ Die Festnahme des 37-Jährigen sei das Resultat der erfolgreichen Zusammenarbeit verschiedener Nachrichten- und Geheimdienste gewesen, so der Regierungspolitiker.
Gefährlich sei aber auch der Umstand, dass der Festgenommene „ganz normal“ als Elektriker in einem Hotel gearbeitet habe. Allerdings sei er aufgefallen, weil er Reisen zu eher ungewöhnlichen Zielen gemacht habe, „die ein gewöhnlicher Mensch eher nicht unternehmen würde.“
War israelisches Kreuzfahrtschiff das Anschlagsziel?
Laut griechischen Medienberichten dürfte ein Anschlag auf ein israelisches Kreuzfahrtschiff, das in Kreta eintraf, das Ziel gewesen sein. Der Verdächtige habe auch „Sprengstoff im Internet bestellt“. Die Polizei habe in einer Athener Wohnung des Mannes Laborausrüstung und Chemikalien sichergestellt.