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Irans Klerus drängt auf Abbruch der Verhandlungen

· Politics

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist am Sonntag erneut eskaliert. US-Streitkräfte haben als Reaktion auf die Attacke auf ein Frachtschiff wieder iranische Ziele angegriffen. Beide Seiten sprechen jetzt von einer Verletzung des Waffenstillstandsabkommens. Irans Klerus drängt gar auf einen Abbruch der Gespräche.

Bei einem erneuten Vertragsbruch der Vereinigten Staaten sollten die Verhandlungen unverzüglich beendet werden, heißt es in einer Erklärung an den Präsidenten, die Mitglieder des Sicherheitsrats sowie das Verhandlungsteam. Dies müsse sowohl aus gesetzlichen als auch aus religiösen Erwägungen geschehen, teilten die theologischen Zentren in der Pilgerstadt Ghom mit. Diese werden von einflussreichen Klerikern geführt und haben seit der Revolution 1979 großen Einfluss im politischen System des Landes.

Dass der Konflikt wieder aufflammt, hat mit der ungelösten Lage an der Straße von Hormuz zu tun. Die iranischen Behörden haben den Schiffsverkehr durch die Meerenge nach Kriegsbeginn am 28. Februar 2026 faktisch zum Erliegen gebracht und dies auch als Hebel im Ringen um eine Friedenslösung eingesetzt. Die Öffnung ist Teil des Abkommens, auf das sich die Kriegsparteien geeinigt haben. „Jegliche Einmischung oder der Versuch, parallele Strukturen zu schaffen, würde die Lage weiter verkomplizieren. Die Vorfälle und Auseinandersetzungen der vergangenen beiden Nächte in der Straße von Hormuz belegen diese Einschätzung“, sagte Irans Außenminister Abbas Araqchi.

Knackpunkt Libanon
Ein weiterer Knackpunkt bleibt auch der Krieg zwischen der Hisbollah und Israel im Libanon. Auch diese Parteien haben sich auf ein Abkommen geeinigt, doch es ist brüchig. Die Hisbollah war nicht an den Verhandlungen beteiligt und lehnt die Vereinbarung überhaupt ab, da diese zum Beispiel ihre Entwaffnung vorsieht. Nur zwei Tage nach der Einigung haben Israels Militär und die Miliz, die vom Iran unterstützt wird, am Sonntag ihre gegenseitigen Angriffe fortgesetzt.

In der Nacht auf Sonntag hatten Anhängerinnen und Anhänger der Hisbollah in Beirut gegen das Abkommen protestiert. Der Hisbollah-Abgeordnete Hassan Fadlallah warnte die Regierung in Beirut vor einem „internen Konflikt“ im Libanon. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums pochte auf einen Rückzug der israelischen Armee aus dem Libanon. Dies sei „eine wesentliche Voraussetzung für das Erreichen einer endgültigen und dauerhaften Vereinbarung“ mit den USA.

Die Vereinigten Staaten hatten den Iran im Februar gemeinsam mit Israel angegriffen. „Es könnte der Punkt kommen, an dem wir nicht mehr vernünftig sein können und gezwungen sind, die Arbeit, die wir sehr erfolgreich begonnen haben, militärisch zu Ende zu bringen (...)“, schrieb US-Präsident Donald Trump auf der Plattform Truth Social.