Die deutsche Schauspielerin Iris Berben (76) ist für ihr politisches Engagement mit dem Deutschen Kulturpolitikpreis 2026 ausgezeichnet worden. Berben setzt sich vor allem gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus ein.
„Man kann versuchen, und das tue ich in meinem Leben auch, so viele Menschen wie möglich zu überzeugen. Es geht nicht darum, recht zu haben, sondern es geht um Menschenwürde, es geht um Lebensformen, es geht um unsere Historie und es geht darum, nicht einem Backlash zu erliegen“, sagte die Schauspielerin („Der Spitzname“, „Triangle of Sadness“) am Rande der Preisverleihung.
Zu dieser kamen unter anderem auch der israelische Botschafter Ron Prosor und der bekannte jüdische Klavierspieler Igor Levit. „Was ich brauche, sind Menschen wie du. Menschen, die verstehen, dass jüdisches Leben in Deutschland – Spoiler Alert – keine Selbstverständlichkeit ist. Dass jüdisches Leben in Deutschland jeden Tag neu verhandelt und entschieden wird (...)“, sagte Levit an Berben gewandt und dankte ihr für ihr Engagement. Nach dem Überfall der Hamas auf Israel habe sie nicht geschwiegen, sondern mit dem jüdischen Volk Solidarität gezeigt.
„Kopfschmerzen und Magenschmerzen“ wegen Debatte
Iris Berben ist bekennende SPD-Unterstützerin. Die Haltung der linken Szene zu Israel sei wie ein Stachel in ihrer Brust, sagte sie. Die aktuelle Antisemitismus-Debatte im Zusammenhang mit dem Wahlsieg der Linken in Berlin würden ihr „Kopfschmerzen und Magenschmerzen“ bereiten. Der Berliner Landesverband der Linkspartei steht derzeit wegen Antisemitismusvorwürfen sowie mutmaßlicher Kontakte zu kriminellen Clans in der Kritik. Es seien Sätze gesagt worden, die Jüdinnen und Juden Angst machten, wandte die Linken-Landeschefin Kerstin Wolter ein. Es sei die Pflicht, diese Fälle nun aufzuarbeiten.
„Jüdische Menschen müssen sich in unserer Stadt sicher fühlen“, sagte die Berliner Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp und wies Antisemitismusvorwürfe zurück. Es handle sich um eine „Stimmungsmache“, die einen Erfolg der Linken verhindern sollten.