Eine „solidarische Balkan-Tour“ für junge Funktionäre und Co. sorgt für Wirbel. Kritiker sprechen von einem fragwürdigen Einsatz von Mitgliedsbeiträgen, der ÖGB sieht die Vorwürfe hingegen gelassen.
Eine „Bildungsreise“ der Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) nach Bosnien sorgt für Wirbel. Gemeinsam mit der umstrittenen Flüchtlings-NGO „SOS Balkanroute“ besuchten Teilnehmer im April unter anderem das Migrantenlager Lipa, trafen Aktivisten und leisteten sogenannte Hilfsarbeit.
Und die Kosten? Laut ÖGJ komplett übernommen. Insgesamt 14 Personen nahmen teil, darunter hauptamtliche ÖGB-Mitarbeiter wie Bundesjugendsekretär Mathias Hauer. Kritiker sprechen von fragwürdigem Einsatz von Mitgliedsbeiträgen – zumal eine detaillierte Kostenaufstellung fehlt.
Fragwürdige Aktion soll „kritisches Denken“ fördern
Der ÖGB verteidigt sich auf Nachfrage der „Krone“: Bildungsreisen seien Teil des Auftrags, gerade um junge Mitglieder für gesellschaftliche und migrationspolitische Themen zu sensibilisieren. Ziel sei es, „kritisches Denken“ und Solidarität zu fördern, meint etwa Litsa Kalaitzis, Pressesprecherin von Präsident Wolfgang Katzian.
Während also viele Mitglieder unter steigenden Kosten leiden, wird fragwürdiger Aktivismus auf Kosten der Beitragszahler betrieben – das nächste Angebot für eine Bildungsreise zum Balkan kommt übrigens von der Hochschülerschaft. Deren Tour ist bereits für September angekündigt ...