Jüngste Personalrochaden in Tirol griff der freie Abgeordnete Georg Dornauer auf, um LH Anton Mattle bei der Fragestunde im Hohen Haus frontal zu attackieren. Das blieb nicht ohne Folgen, auch Dornauer selbst musste sich kritische Wortmeldungen gefallen lassen.
Zwei Top-Jobs wurden vor kurzem vergeben, jener in der Bildungsdirektion und jener in der Krankenhaus-Holding, wo Aufsichtsrat-Mitglied Mario Junker zum künftigen Personalchef bestellt wurde. Junker ist Mitglied der ÖVP-Bezirkspartei Innsbruck-Land, Bildungsdirektorin Bettina Ellinger war ÖVP-Landtagsabgeordnete von 2013 bis 2018.
Dornauer holt aus
„Halten Sie es, Herr Landeshauptmann und Personalreferent, gegenüber der Tiroler Bevölkerung tatsächlich für zumutbar, ein derart ÖVP-freundliches Ergebnis als transparenten und allen Ausschreibungskriterien entsprechenden Vergabeprozess darzustellen?“, wandte sich Ex-SP-Chef Georg Dornauer direkt an LH Anton Mattle. Nicht fehlen durfte der Verweis auf die Postenschacher-Affäre von Ex-VP-Klubchef August Wöginger.
Mehrfache Verweise auf Qualifikation
„ÖVP-Parteibuch vor Qualifikation hat in diesem Fall funktioniert“, urteilte Fritz-Klubchef Markus Sint. „Und wenn man sich jetzt Tirol anschaut, dann fällt auf: Offensichtlich muss man im Büro Landeshauptmann gearbeitet haben, um in diesem Land irgendwas zu werden.“ LH Anton Mattle, noch etwas müde von der nächtlichen Pressekonferenz in Wien, konterte zunächst mit Verweisen auf die Kompetenz der Bewerber.
LH Mattle: „Das ist eine Unterstellung“
Für den Job in der Bildungsdirektion habe es acht BewerberInnen gegeben, bei den Tirol Kliniken 44. „Glauben Sie wirklich, dass das alles ÖVPler waren?“, fragte Mattle hörbar verärgert. „Das ist eine Unterstellung, das ist unfair gegenüber hoch qualifizierten Damen und Herren.“ Es gebe keine Besetzung ohne entsprechende Ausschreibung. „Wenn Sie sich ein Bewerbungsverfahren anschauen, so wissen Sie selbst ganz genau, dass diese Formulierungen äußerst exakt und äußerst transparent sind.“ Die Diskussion tue ihm „im Herzen weh“.
Mattle rang um Fassung
Grünen-Klubchef Gebi Mair ließ nicht locker: „Es geht ja überhaupt nicht um die fehlende fachliche Kompetenz, sondern es geht darum, dass zur Kompetenz immer auch eine ÖVP-Funktion gehört.“ Mair solle aufhören, Mitbürger schlechtzureden. „Das macht man einfach nicht. Keine Zwischenrufe!“ befahl Mattle richtig grantig.
Neos: Arger Postenschacher im Bildungsbereich
Weiter ging’s mit Neos-Klubchefin Obermüller: „Postenschacher ist im AHS- und BHS-Bereich an der Tagesordnung, verantwortlich dafür: die Bildungsdirektion!“ „Wenn es um Personalbestellungen geht, war das Büro des geschätzten Landeshauptmanns immer besonders voll“, blickte Dornauer auf seine Zeit auf der Regierungsbank zurück. „Das wirst du, Abwerzger, nächstes Jahr selber sehen. Bei Mair ist die Gefahr ja nicht so groß.“ Die nächste Top-Job-Vergabe steht schon bevor: Die Tirol Werbung braucht eine neue Führung.