Im Iran haben die Vorbereitungen für die staatlichen Trauerfeierlichkeiten für Ayatollah Ali Khamenei begonnen, die sechs Tage dauern sollen. Der oberste Führer des Landes wurde bei Angriffen der USA und Israels getötet. Die aktuelle Waffenruhe ist brüchig, die Trauerfeierlichkeiten bremsen nun die Verhandlungen aus.
Ab Samstag sind in der iranischen Hauptstadt drei Tage des Gedenkens vorgesehen. In dieser Zeit wird Teheran „vollständig geschlossen sein und arbeitsfrei“, wie die Behörden angeordnet haben. Ein Ziel der Trauerfeierlichkeiten besteht nach den Worten des Organisations-Verantwortlichen Ali-Akbar Purjamshidian darin, „den nationalen Zusammenhalt und die Einheit zwischen den verschiedenen politischen, sozialen und religiösen Komponenten des Landes rund um die zentrale Rolle des Führers zu stärken“. Plakate für die Trauerfeiern versprechen dem Iran auch eine „strahlende Zukunft“.
Am heutigen Freitag werden Vertreterinnen und Vertreter aus etwa 30 Ländern erwartet. Aus Europa ist niemand eingeladen, weil diese Politikerinnen und Politiker laut dem Außenministeriumssprecher Esmail Bakaei „auf der falschen Seite der Geschichte“ im Iran-Krieg standen. Beigesetzt wird Ali Khamenei schließlich am 9. Juli in der heiligen Stadt Mashhad im Nordosten des Iran, seiner Kerunftsstadt.
Warnung an Feinde
Für den Fall von Angriffen während dieser Zeit hat die iranische Führung den USA und Israel mit Vergeltung gedroht. „Wir warnen die Feinde des Iran, insbesondere die USA und das zionistische Regime, vor jeglicher Fehleinschätzung“, sagte Ali Abdollahi, Kommandant des zentralen Hauptquartiers Khatam al-Anbiya. Die iranischen Streitkräfte würden auf jede Bedrohung und Aggression hart reagieren. Laut Medienberichten wurden die Sicherheitsvorkehrungen für die Dauer der Trauerfeiern verschärft.
Diese bremsen aktuell auch die Verhandlungen mit den USA aus. Laut dem katarischen Außenamtssprecher Majid al-Ansari sollen die Gespräche erst nach dem 9. Juli fortgesetzt werden. Bei den jüngsten indirekten Gesprächen sollen Fortschritte erzielt worden sein. Die iranischen Streitkräfte beanspruchen weiter die Kontrolle über die Straße von Hormuz, die US-Regierung fordert eine freie Passage für alle Schiffe ohne Gebühren. Zudem legen die iranischen Streitkräfte die Route fest und drohen mit einer „entschlossenen und unverzüglichen Reaktion“, sollte diese missachtet werden.
Die Wiedereröffnung der Meerenge ist ein Element des Abkommens, auf das sich Vertreter aus Washington und Teheran vor knapp drei Wochen geeinigt hatten. Dabei handelt es sich allerdings nur um ein Übergangsabkommen für insgesamt 60 Tage, bis dahin soll ein dauerhafter Deal folgen.