Politik

Mehr Aus- als Inländer an unseren Universitäten

Mehr Aus- als Inländer an unseren Universitäten

Österreichs Universitäten ziehen immer mehr Studierende aus dem Ausland an – viele davon aus Deutschland. Dass sie hier kostenlos studieren und danach oft wieder abreisen, sorgt angesichts der angespannten Budgets für eine neue Debatte über Studiengebühren.

Exakt 31.187 ausländische Studenten haben 2025 ihre Ausbildung an einer von Österreichs öffentlichen Unis begonnen – das ist mit Abstand mehr, als es Österreicher tun (20.484 Personen). Der Trend ist dabei nicht neu. Schon seit Jahren nimmt die Zahl österreichischer Studienanfänger ab, seit dem Studienjahr 2021/22 gibt es mehr ausländische als österreichische Erstzugelassene an öffentlichen Universitäten – und dieser Vorsprung ist seither jedes Jahr größer geworden (siehe Grafik).

Aber gerade in Zeiten knapper Budgets sorgt das neuerlich für eine Debatte. Denn die Unis stehen ja bekanntlich vor finanziellen Herausforderungen und protestierten zuletzt sogar gegen befürchtete Kürzungen in der Leistungsvereinbarung 2028 bis 2030. Gleichzeitig kommen viele ausländische – vor allem deutsche – Staatsbürger nach Österreich, studieren hier gratis und kehren dann zurück in ihre Heimat.

„Das liegt einerseits daran, dass es bei uns keine Studiengebühren gibt, und andererseits daran, dass der Zugang zu den Studiengängen in Österreich leichter ist als beispielsweise in Deutschland, wo der Numerus clausus gilt“, meint Carmen Treml von der Agenda Austria. Man müsse deshalb über moderate Studiengebühren nachdenken, dann würde auch bei Langzeitstudierenden und Studienwechslern ein Bewusstsein für die Kosten ihrer Ausbildung entstehen. „Die Gebühren sollten natürlich nicht horrend hoch sein, damit trotzdem noch alle Zugang zu Bildung an den Unis haben“, so Treml. Das würde die Hochschulen auch finanziell entlasten und Spielräume schaffen.

Mit SPÖ-Ministerin wird es keine Gebühren geben
Doch diesem Vorschlag erteilte Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) eine klare Absage: „Das ist eine Frage der politischen Haltung, es wird an öffentlichen Unis keine Studiengebühren geben“, stellt sie klar. Schon jetzt müssten laut der Ministerin viele Studierende neben ihrer Ausbildung 20 Stunden in der Woche arbeiten, um sich das Leben leisten zu können. Studiengebühren nur für ausländische Studierende, die aus anderen EU-Ländern kommen, wären laut Ministerium EU-rechtlich nicht möglich. Und Drittstaatsangehörige zahlen an österreichischen Universitäten bereits einen Studienbeitrag von 726,72 Euro pro Semester.

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