Kritik an „Audienzen“ für Partei-Favoriten im ORF
Es ist ein Finale, das mehr und mehr zum Fiasko wird: Die Mediensprecher der Oppositionparteien üben scharfe Kritik an den Personalwünschen von ÖVP und SPÖ im ORF.
Wird es ÖVP-Favorit Clemens Pig oder doch einer der beiden Medienmanager Markus Breitenecker und Johannes Larcher? Am Donnerstag hat das Theater rund um den nächsten ORF-General jedenfalls ein Ende. Noch bevor dann über den neuen Chef abgestimmt wird, setzen die Mediensprecher der Oppositionsparteien zur Kritik an den Vorgängen rund um die Bestellung an.
„Es ist eine Farce, dass sich alle Regierungsparteien bemüßigt fühlen, ihre Favoriten zu kommentieren, oder sogar Audienzen abzuhalten, wie es der Bundeskanzler tut“, kritisiert die grüne Mediensprecherin Sigi Maurer. Ähnlich sehen das die Neos, die in Person von Henrike Brandstötter um Klarstellung bemüht sind: „Für uns ist klar, dass wir den uns zugerechneten Stiftungsräten sicher keine Empfehlungen geben.“
Zwischen „Beutezug“ und Gehaltsdebatten
Von einem „Beutezug“ spricht gar FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker. ÖVP und SPÖ hätten sich die Spitzenposten im ORF „längst aufgeteilt“. Der Stiftungsrat dürfe diese dann nur abnicken „und der Bürger zahlt mit der Zwangsgebühr für ein System, das ihn bevormundet“, so Hafenecker . ÖVP-General Nico Marchetti, der Teile der Debatte mit seinem Sager in der „Presse“, wonach er sich über die Kandidatur von Pig freuen würde, erklärt nun: „Es hat sich ein qualifiziertes Bewerberfeld der öffentlichen Debatte gestellt. Der Stiftungsrat wird nach dem Hearing entscheiden, wer aus ihrer Sicht am besten geeignet ist.“
Und SPÖ-Mediensprecher Klaus Seltenheim ergänzt: „In einem Staats-Betrieb darf meiner Meinung nach niemand mehr verdienen als der Bundespräsident. Die Wahl liegt beim Stiftungsrat.“ Politische Zurufe gebe es von ihm nicht