„Schau dir den Talk auf Servus-TV an. Es ging um die SPÖ. Du wurdest sogar kurz erwähnt.“
Eine langjährige Lehrerfreundin verfolgt – mitunter fassungslos – die Turbulenzen innerhalb der sozialdemokratischen Partei. Sie steht dieser sehr nahe.
Auch mich lassen die Entwicklungen nicht kalt. Also schaute ich die Sendung nach, in der die SPÖ-Migrationspolitik eine wesentliche Rolle spielte. War es ein Fehler, alle ins rechte Eck zu stellen, die Probleme angesprochen haben? Die Runde war sich weitgehend einig: Es war einer.
Sind diese Zeiten nun vorbei? Ich denke nicht. Sendet doch die Parteispitze keinerlei Signal für einen Kurswechsel aus. Bei Funktionären der unteren Ebenen scheint es allerdings zu rumoren. Und das nicht nur außerhalb Wiens.
Nach einer Veranstaltung kam dann ein Weggefährte aus meiner Gewerkschaftszeit auf mich zu. Er sei erfreut, dass ich in meinem neuen Buch konstruktiver wäre. Ich war überrascht. Habe ich doch beschrieben, wie sich die Probleme noch verschärft hätten. Vor Jahren von ihm kritisiert, waren wir uns jetzt weitgehend einig: Die SPÖ muss ihren Kurs in der Integrationspolitik ändern. „Sonst wählt die bald kein Österreicher mehr“, scherzte er. Das würde weder ihm noch mir gefallen.
Unsere Einschätzung ist für die Parteispitze selbstverständlich irrelevant. Dennoch: „Liebe SPÖ, hört endlich auf warnende Stimmen in der Integrationspolitik! Es täte euch wie dem ganzen Land gut.“