Bereits im Jahr 2024 hatte die ehemalige Miss Schweiz Beatrice Keul US-Präsident Donald Trump beschuldigt, sie begrapscht zu haben. Nun wirft sie „The Don“ „brutale“ Vergewaltigung vor.
Ein neuer Bericht der US-Demokraten im Justizausschuss des Repräsentantenhauses bringt den amtierenden Staatschef immens unter Druck: Darin führt Keul aus, wie sie von Trump im November 1993 in einem Hotel in Manhattan brutal vergewaltigt worden sei.
Alles habe bei einem Presselunch am Rande eines Schönheitswettbewerbs begonnen. Den Angaben nach hat der heute 80-Jährige ihr dort das Angebot unterbreitet, ein US-Visum sowie – über seinen Vertrauten Paolo Zampolli – einen Studienplatz an der New York University organisieren zu können. Auch mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein habe die Schweizerin bei der Veranstaltung gesprochen. Der sich als „Dons bester Freund“ vorgestellt und behauptet habe, sie hätten gemeinsam „viele Partys“ veranstaltet.
Trump zu Model: „Die Show muss weitergehen“
Nach dem Essen sei Keul in eine Suite geladen worden. Wo Trump die Schönheitskönigin demnach von hinten packte und gewaltsam vergewaltigte. Ihr Kleid sei zerrissen worden, an mehreren Körperstellen habe sie geblutet und Prellungen erlitten. In der Folge soll Trump die Schweizerin auf die Bettkante gesetzt und wiederholt haben: Er würde für sie das Visum und den Platz an der Uni organisieren, dafür müsse sie aber Stillschweigen bewahren. „Die Show muss weitergehen“, sei sein Rat gewesen.
Es gibt viele Ungereimtheiten
Bemerkenswert ist, dass sich Keuls Erzählung im Laufe der Zeit erheblich verändert hat. Im Oktober 2024 hatte sie in einem Interview mit der „Daily Mail“ noch ausgeführt, dass Trump sie begrapscht habe und auf sie gesprungen sei. Nach erfolgreicher Gegenwehr habe er aufgehört. Im Juni 2026 erklärte sie dem Portal „PunchUp“, dass der Vorfall „gewalttätig“ gewesen sei, sie habe „um Hilfe geschrien“. Woraufhin ihr Trump gedroht haben soll, dass ihr „schlimme Dinge passieren könnten“. Aber auch hier war von keiner Vergewaltigung die Rede. Erst bei der Befragung durch die Mitarbeiter des Justizausschusses wurde diese Teil der Geschichte. Warum sich die Darstellungen derart verändert haben, vermag der Bericht nicht zu erklären. Der einzige Beleg für den Vergewaltigungs-Vorwurf sind Keuls Aussagen. Das Weiße Haus weist sämtliche Anschuldigungen entschieden zurück.
„Wachsende Beweislage“ für Trumps Verstrickung in Epstein-Skandal
Der Bericht der Demokraten kommt zu dem Schluss, dass eine „wachsende Beweislage“ für Trumps Verstrickung in Epsteins sexuellem Missbrauch junger Frauen in den 1990er-Jahren gebe. Insgesamt beschuldigen fünf Frauen den amtierenden US-Staatschef der Vergewaltigung oder sexueller Übergriffe, die mit der Epstein-Ermittlung zusammenhängen. Auch die Vorwürfe gegen Paolo Zampolli wiegen schwer. FBI-Berichten zufolge soll er für junge Models US-Visa organisiert haben, bevor diese Epstein kennenlernten. Der demokratische Abgeordnete Jamie Raskin setzt sich nun für einen unabhängigen Sonderermittler ein, der die Vorwürfe wir auch den Umgang des Justizministeriums mit dem Epstein-Fall unter die Lupe nehmen soll.
Der Epstein-Skandal
Epstein, ein steinreicher und gut vernetzter Finanzier aus New York, hatte vor Jahrzehnten einen Missbrauchsring betrieben, dem junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Über mehrere Jahre hinweg soll er Minderjährige etwa in New York und Florida auch selbst missbraucht haben. Er stand zudem unter Verdacht, mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen sexuell missbraucht und teils an Prominente vermittelt zu haben.
Sein Fall war vor vielen Jahren einmal vor Gericht verhandelt worden, den Ausgang empfanden Opfer und Kritiker Epsteins allerdings als ungenügend. Der Millionär hatte sich damals zu einzelnen Punkten der Anklage schuldig bekannt. Später wurde der Fall dann nochmals aufgerollt. Er wurde 2008 erstmals verurteilt, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Nach einem umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft musste er jedoch nur für 13 Monate in Haft. Epstein starb 2019 in seiner Gefängniszelle, bevor es zu einer weiteren Verurteilung hätte kommen können. Nach offiziellen Angaben beging er Suizid. Bisher ist nur seine ehemalige Freundin Ghislaine Maxwell verurteilt worden. Die 64-Jährige sitzt eine Haftstrafe von 20 Jahren ab.
Der Finanzier hatte beste Kontakte in die High Society der USA und vieler anderer Länder. Immer wieder kam daher auch die Frage auf, welche Promis in seine Machenschaften verwickelt gewesen sein könnte. Auch Trumps Name geriet dabei mehrfach in den Fokus.